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läugncn. Tugend ohne Glauben ist ärntelose Aussaat, aberGlauben ohne Tugend ein träger Baum ohne Frucht.
Daher handeln diejenigen unwcise und der Lehre JesuChristi entgegen, welche alle guten Handlungen für unnützhalten, und nur auf den Glauben allein Hinweisen; die sicheinbilden, es helfe ein frommer Wandel wenig zur Seligkeit,allein der Glaube mache uns vor Gott gerecht, allein dasBlut Jesu und sein Verdienst, oder die Fürbitten der Heiligenkönnten uns entfündigen, wenn wir auch noch so ruchlos gelebthätten. Wehe denen, die solches lehren! Sie eifern gegenJesum, dessen Diener sie sein wollen; sie treten das göttlicheWort unter ihre Füße, welches sie auszulegen vorgeben; siebereiten menschliches Verderben und werden Mörder der Seelen.
„Was Hilst es," spricht der Apostel Iakobus (2,14 u. 20).„Was Hilst es, lieben Brüder, so Jemand sagt, er habe denGlauben, und hat doch die Werke nicht? Kann auch der Glaubeihn selig machen?— Gleichwie der Leib ohne Geist todtist, also ist auch der Glaube ohne Werke todt."
Und doch ist leider unter vielen Menschen die Vorstellungso gewöhnlich geworden, daß es genug sei zur Rettung derSeele, wenn man nur an den drcieinigen Gott, an den Vcr-söhnertod Jesu, an die Kraft des Gebetes, an die Barmherzig-keit des Vaters glaubt, und alle diejenigen kirchlichen Gebräuchemit frommem Eifer beobachtet, welche zum sogenannten Gottes-dienst gehören. Weit entfernt ihre Leidenschaften zu besiegen,ihren Hang zum Zorn, zur Wollust, zum Wucher, zurSchwelgerei, zum Neide und andern Sünden abzulegen, über-lassen sie sich denselben in dem festen Vertrauen, Christus habenun auch für diese Sünden schon genug gethan, und es sei hin-länglich, an ihn zu glauben, um Vergebung aller solcher Ver-gehungen zu erhalten. Sie beten regelmäßig zu Gott, undhassen oder betrügen ihren Nächsten bei aller ihrer vermeintenHeiligkeit. Sie eilen fleißig zur Kirche und zum Altar, um dannwieder bei desto frcierm Herz im gemeinen Leben ihre thierischenLüste, ihren Ehrgeiz, ihre Habsucht zu befriedigen, ihren Bruderzu beneiden, ihre Schwester zu verleumden. Sie geben den