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2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
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Ohne Glauben ist hienieden kein Trost! Akkdeine Tugend beruhigt dich nicht in schicksalvollen Stunden,wenn Armuth, Krankheit und Elend jeder Art über dich hencinbrechen, und du verkannt und verhöhnt mit deiner Recht-schaffenheit hinausgestoßen wirst in die Verzweiflung. Nur derGlaube an eine weise Vorsehung, die den Lauf der Welten undder Menschen regiert; nur der Glaube an eine ewige Güte, diekeinen ihrer Erschaffenen dem Elende zum Raube werden läßt;nur der Glaube an eine vergeltende Hand jenseits der Gräber,erhebt den sinkenden Muth, wenn Alles ihn beugen will.

Tritt an den Sarg deines Vaters oder deines Kindes, anden Sarg deiner Mutter oder deiner Gattin, Mensch ohne Glau,ben! und frage dich: was mag dir lindern den hoffnungslosenSchmerz? Wie? deine Rechtschaffenheit? Ach, sie erwecktdir ja den theuern Todten nicht wieder. Sein letztes traurigesLächeln, sein letzter sterbender Blick, sein letzter matter Druckder Hand war ja für dich ein Scheiden für immerdar! Dirstrahlt ja in der Finsterniß deines Lebens kein Licht aus derEwigkeit. Deine Thränen zählt ja kein vergeltender Gott, umsie einst mit Freuden aufzuwiegen. Mensch ohne Glauben! woist dein Trost? Warum hast du geliebt, wenn du für den Traumdes flüchtigen Lebens liebtest?

Und du selbst, wenn einst deine Kräfte verfliegen, und einundankbares Geschlecht dich, als Greis, verhöhnt, wenn du, vonden Gebrechen des Alters geplagt, nichts mehr vor dir siehst,als einen letzten mühseligen Tag und das Grab Mensch ohneGlauben, wird dich da deine Tugend trösten, wenn du hinter dir, längst die guten Werke wieder zerstört siehst, die du gestiftet zuhaben glaubtest? Was erquickt dich, wenn die Schauer des Todesdeinen Leichnam überfallen, und du zuletzt von einem ganzmmühereichen Leben noch weniger als die Erinnerung an einenTraum behältst? Mensch ohne Glauben, erst an der Schwelle derGruft, in die du hinabsteigst, wird die Sehnsucht nach etwasHöherm, und ein Seufzer nach dem ewigen Sein in dir lautwerden. Erst wenn der Bach deines Lebens abgeflossen ist, wirstdu den Durst nach Glauben fühlen, um nicht trostlos zu vergehen.

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