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2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
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gegrabenen Lehren hinreichend gewesen, alle Widersprüche diesesLebens zu lösen, Trost dem Leidenden, Hoffnung dem Verzwei-felnden zu geben: warum erschien Jesus Christus? Warnicht die menschliche Vernunft schon in voller Kraft entwickelt,ehe Jesus geboren ward? Hatten nicht die Heiden, hatten nichtPersien, Rom und Griechenland schon ihre erhabenen Tugend-lehrer und Weisen? Hatten die Juden nicht schon das GesetzMosts? Aber Christus kam, und ward des Gesetzes Ende,und Paulus spricht: Nur wer an ihn glaubt, der wird gerecht.(Röm. 10, 4.) Der Mensch wird gerecht, ohne des (mosaischen)Gesetzes Werke, allein durch den Glauben (an Jesu ChristiLehre). (Röm. 3, 28.)

Welches ist nun der Vorzug des Glaubens? Warum ist erzu unserer Seligkeit nothwendig? Warum sind ohne diesenGlauben alle Tugenden zu unserer wahren Beseligung nichtausreichend?

O mein Herz, hast du dir diese ernste Frage schon beantwor-tet? O du, der du auf höhere Bildung und aufgeklärten Geistgerechte Ansprüche machst: dachtest du jemals gründlich über dieVerhältnisse deiner Religion nach? deiner Religion, von derdu Frieden des Gemüths im Leben, Trost im Tode erwartest?

Was sind deine Tugenden, deine guten Werke, ohne eineninnigen festen Glauben an Gott den Vater, an Gott denVergelter? Nimm, wenn du kannst, die Gottheit ausihrer Schöpfung hinweg, und bilde dir ein, nie sei der Gedankean Ewigkeit in eines Sterblichen Smn gekommen: was ist danndas ganze Weltall, dein ganzes Leben? Ein fürchterliches, trost-loses Räthsel, ein Vorhandensein ohne Absicht und Zweck, einseelenloses, todtes Uhrwerk, von dein Niemand begreift, wer csaufgezogen hat, und warum es sich nach seinen innern Gesetzenso harmonisch fortbewegt. Warum übst du deine guten Werke,warum vollstreckst du deine Pflichten? Dein Bemühen ist jazwecklos, wie die ganze Natur. Warum ringst du nach Voll-endung und Tugend? Es ist ja keine Vollendung, keine Fort-dauer, keine Ewigkeit! Warum opferst du dich für deine Pflich-ten auf? Der Tod begräbt ja auf ewig den Heiligen wie den