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2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
69
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haben, wenn man aus ihnen nur verständige, gesittete, recht-schaffene Menschen bildet, die Abscheu vor groben Lastern haben,und, wo sie ohne eigenen Nachtheil Andern Liebes und Guteserweisen können, es auch mit Vergnügen thun.

Eine andere Wirkung dieser schon sehr ausgebreiteten Sinnes-art ist, daß inan den öffentlichen Gottesdienst verachtet und ver-nachlässigt. Das ganze Weltall, sagt man, ist ein Tempel Gottes,und rechtschaffene Handlungen sind der beste Gottesdienst. Höch-stens tritt man gewohnheitshalber in die feierlichen Versamm-lungen der Christen, und nimmt, um sich doch nicht allzusehrauszuzcichnen, Theil an den heiligen Sakramenten.

So ist es! Aber auch ich bin Christ, und die Fragedarf mir nicht gleichgültig bleiben: soll es so sein? Washabe ich zu wählen? Wie? drang der erhabene Stifter meinerReligion vergebens so oft, so laut, so herzlich auf die Ergreifungdes Glaubens? Warum forderte er Glauben zu meinem Selig-werden, wenn meine tugendhaften Handlungen, meine recht-schaffenen Gesinnungen schon dies allein bewirken könnten?Warum forderten alle seine Jünger Glauben von denen, welchesich zum Christenthum bekehrten Ist denn ein gerechter,unbescholtener Wandel nicht schon für sich genug, mich hierglücklich und dort einer bessern Bestimmung würdig zu machen?

Nein, Jesus und seine erleuchteten Jünger predigten nichtohne Ursache den Glauben und dessen seligmachende Gewalt.Wie thöricht, wenn ich in Allem ihre erhabene Weisheit an-erkennen, und eben dasjenige in ihren Lehren für etwas Gleich-gültiges oder Ueberflüssiges halten wollte, wofür sie alle freudigin den Tod gingen! Nicht für die Tugendlehre, die der Messias,die seine Schüler predigten, sondern für den erhabenen Glauben,den sie lehrten, litten sie den Tod.

Ohne Glauben ist es unmöglich, Gott zu gefallen, so sprichtdie heilige Schrift: denn wer zu Gott kommen will,der muß glauben, daß er sei, und denen, die ihnsuchen, ein Vergelter sein werde. (Hebr. 11, 6.)

Wäre der bloße Spruch der Vernunft und dessen, was Pflichtist, und die Befolgung dieser einfachen, den Sterblichen ins Herz