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als das Wort dcr entzweiten Lehrer — der Stimme ihrer sinn?lichen Begierden, ihres Eigennutzes. Sie hören auf, religiöszu sein, und begnügen sich mit bloßer Lebensklugheit. Sie thunnur, was ihnen Vortheil bringt, wodurch sie keinem anstößigwerden, und überlassen sich, ihre Bestimmung, ihre Ewigkeitdem Zufall oder dem Willen des Schöpfers.
In der That, wenn ich auf das Denken, Leben und Thuneines großen Thcils meiner Mitmenschen, und besonders der-jenigen aufmerksam bin, die eine freiere Erziehung genossen, dieman zu den gebildetem, aufgeklärten Ständen rechnet: so nehmeich wahr, daß in ihnen eine gewisse Scheu gegen Alles herrscht,was religiöse Glaubenssache heißt. Sie wollen nichts davonhören, nichts davon ihren Kindern wissen lassen. Höchstenserlauben sie, daß diese in den Glaubensartikeln der Kirche vonden Geistlichen des Ortes unterrichtet werden; aber dies geschiehtnur des Anstandes und alter herkömmlicher Gewohnheit willen.Man will nicht Ausnahmen machen, legt aber auf die den Kindernbeigebrachten Glaubenslehren weiter keinen Werth.
So wird es heutiges Tages immer mehr Modeton, dieReligion bloß auf ein anständiges, sittliches Leben zu beschränken.Man hat vielleicht in den geistlichen Lehrbegriffen dieses oderjenes Kirchenordens allzuharte, vielleicht unhaltbare, übertriebeneMeinungen entdeckt, und hält sich nun für berechtigt, Alles, wasmit Glaubensangelegenheiten zusammcnhängt, auf die Seite zustellen. Man nennt es unnütze Grübelei, eitle Pracht dcr Gottes-gelchrtheit, fruchtlose Religion des Kopfes, Heuchelei oder —wenn die Glaubenssätze von Jemandem noch im Ernst alsWichtigkeit behandelt werden — Schwärmerei, Kurzsichtigkeit,über welche der gebildete Mensch wohl erhaben sein m'-sse.
Eine Folge der herrschender werdenden Denkart ist, daßman mit der Jugend so wenig von Religion als möglich spricht.Man schämt sich gewissermaßen und ei röchet, von Wahrheitendes Christenthums angelegentlich zu reden. Man überläßt esden Kindern, daß sie bei reifem Jahren selbst prüfen, wählenund glauben mögen, was ihnen am besten einleuchtet, undhält dies Verfahren für Klugheit. Man meint Alles gethan zu