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Glaube und Werke.
Htbr. tt, «.
O Glaube, Quell des reinsten Lichts,
Quell göttlich-edler Triebe!
So durch und durch entsündigt nichts,
Wie Glaub' an Dich, du Liebe.
Wer Deinen Tod, Dein Leben glaubt,
WaS ist'S, das ihm die Freude raubt,
Den Muth, Dir nachzuwandcln?
^ ft wird man irre in seinen Meinungen, wenn man die ver-schiedenen ttrtheile der Menschen über die Religion hört. EinThcil der Sterblichen behauptet mit Zuversicht: daß unsereguten Thaten, alle unsere Tugenden nicht zur Seligkeit helfenkönnen, sondern daß nur der Glaube allein selig mache; daßcs genug sei, an Jcsum den Gekreuzigten zu glauben, und ansein Verdienst um die Menschheit, an seinen Versöhnungstod,um eben durch dieses sein Verdienst allein vor Gott gerechtfertigtzu werden; daß auch selbst in der Todesstunde der Sünder,wenn er nur das Verdienst Jesu ergreife, gerettet und geheiligtwerden könne. Andere wieder, die sich nicht minder Christennennen, behaupten von diesem allen das Gegentheil. Sie sagen,nicht der Glaube macht selig, sondern die Rechtschaffenheit desGemüths. Ihnen ist das Glaubensbekenntniß der Menschen sehr-gleichgültig, aber nicht ihr Wandel.
Selbst von den heiligen Lehrstühlen der christlichen Kirchevernimmt man diesen Widerspruch. Was einer mit frommemSinn predigt, verwirft der Andere in seinen Uebcrzeugungcn.Während Dieser auf Innigkeit des Glaubens dringt, als dieHauptsache des wahren Christenthums, fordert Jener allein zutugendhaften Gesinnungen und Thaten auf, als dem Wesen derReligion Jesu.
Dieser Streit der Begriffe verwirret die Gemeinden, underzeugt Trennung und lieblose Urtheile. Die Schwachen werdenwankend, und gehorchen zuletzt einer Stimme, die mächtiger ist,