sie erhörte deine Gebet, eehe du noch geboren wardst. Du betest,und dem weisen Beter wird der Segen deS Gebetes.
Erinnere dich der Stunden, in welchen du mit beklemmtemHerzen vor Gott standest, und riefest: Rette mich, allbarmherzigerVater! — Erinnere dich der Stunden, da sich alle deine Aus?sichten verfinsterten, und du am Rande der Verzweiflungglaubensvoll dich an den Einzigen wandtest, und riefest: Eswird nicht wieder hell werden, wenn D u meine Zukunft nichterleuchtest! — Und stehe, Umstände, die du nicht erwartetest,Ereignisse, oft scheinbar klein, Dinge, welch-, die Menschen Zufallund Ohngefähr nennen, retteten dich, verbesserten deine Lage.Du bist wieder glücklich und froh geworden. — Aber in derOrdnung der göttlichen Schöpfung ist kein Zufall, kein Ohmgefähr — es ist ein Gott von unendlicher Gnade und Macht.Du empfandest ihn! Dies ist die Kraft des Gebetes!
Ich empfand Dich, mein Gott, mein Vater! wenn meinerSeele am allerbangsten war. Ich empfand Dich, wenn die ganzeWelt um mich ausgestorben zu sein schien, wie eine todte Wüste.Ich empfand Dich, wenn ich keinen Freund mehr hatte. Ichempfand Dich, wenn ich an den Schwellen des Todes wankte.Du warst, Du bliebst mir, Du halfest mir, Du überschüttetestmich mit Deiner Gnade, und verwandeltest mit allmächtigerHand, was um mich her stand, und nicht mehr zu verändernschien.
Darum will ich, so lang ich athme, nicht von Dir lassen,und zu Dir rufen: Vater! Vater! der Du bist im Himmel,Dein Name werde geheiliget! — Darum will ich mit kindlicherZuversicht an Dir hangen; Du hörst mein Lallen, Du verstehstden Sinn meiner Thränen, Du kennst das Geheimniß meinesSeufzers.
Nur in Dir, bei Dir, mit Dir kann mir wohl sein. OhneDich wäre mein Dasein ein Nichts, und mir besser, ich wärenie geboren. Mit Dir ist allenthalben Himmel, allenthalbenSeligkeit. Ich kann nicht unglücklich werden; ich bin es nur,wenn ich mich von Dir verliere.