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2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
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inbrünstige Gelübde eines frommem Wandels werden dargebracht.Sie geben mir neue Kraft, neuen Much, neue Freudigkeit. DerAstgütige zürnet nicht; wie mag in der göttlichen Vollkommenheiteine menschliche Leidenschaft bestehen, die wir Zorn heißen!Nein, meine Sünden haben mich selbst gestraft; ich selbst bines, der mir zürnt; ich selbst beklage es, daß ich sündiger, umheiliger ward, und mich von der Nähe Gottes entfernt hatte.Ich suche das Verlorne wieder zu gewinnen. Mein Heilandlehrte mich, daß der AUbarmhcrzigc auch den reuevollen Sündernicht verstößt. Und Gott hört meine Gelübde! und der Allwissendeist Zeuge, daß ich ste durch Ablegung meiner Fehler mit Ernstzu erfüllen suche. Voller Liebe zu ihm werde ich ganz Liebe zuden Menschen. Das Gebet wirkte zu meiner Vervollkommnungund Heiligung; ich ward ein besserer, tugendhafterer Mensch,als ich vorher war. Das ist die Kraft des Gebetes.

Wer mit seinen Hausgenossen, Verwandten und Bekanntenin Unfrieden lebt, wer schadenfroh die Fehler seiner Mit-menschen aufdeckt und neidisch ihr Gutes verkleinert, werLügen gibt statt Wahrheit, Untreue statt Redlichkeit, Verfol-gung statt Wohlthat, Betrug statt Edelmuth: der hat nichtgebetet! Beten heißt mit und in Gott sein; aber wer inGott ist, der wandelt nicht in der Sünde.

Du betest, mein Christ, und bittest. Aber freilich deine Bittenwerden nicht immer erfüllt. Und erst später, oft erst nach Jahren,erkennst du, wie nachtheilig dir die Erhörung deiner Wünschegewesen sein würde. Gott ist gütiger gegen uns, als wir es selbstsind, weil er weiser ist.

Aber sollen wir deswegen Gott um nichts mehr bitten?Sollen wir Verzicht thun und loslassen von dem kindlichen Hin-geben unserer Wünsche in die göttliche Vaterhand? Nein,Lies störe deine schönen Verhältnisse zur Gottheit nicht. Bitte,so wird dir gegeben; klopfe an, so wird dir aufgethan.

Du glaubst doch eine göttliche Vorsehung, die schon vonEwigkeit her deine Schicksale ordnete. Wohlan, sie sah auch deinThun und Lassen, sie sah auch deine Bedürfnisse, auch die Augen-blicke deines Gebetes, deine Gemüthsstimmungen voraus. Und