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2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
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er, von der Pracht der Schöpfung erschüttert, eine Thräne derRührung in seinen Augen fühlt.

Nur Einer steht da, unbewegt, wie mit steinernem Herzenin der Brust, und blickt mit hohem Lächeln oder mit Bestem-düng auf die betende Welt und fragt: Warum beten sie?Denn (sagt er), ist Gott ein allwissender Gott, so weiß er,was uns fehle; ist Gott ein allweiser Gott, so weiß er besser,als wir, was uns nützlich sei; ist Gott ein allgütiger Gott, soerwartet er nicht erst unser Gebet, sondern gibt uns, auch ohnedaß wir ihn darum bitten. Warum bitten denn sie?

So spricht der klügelnde Zweifler.

Aber mit ähnlichen Scheingründen suchen nicht selten auchChristen, die nichts weniger als für Gottcsläu,gner oder für Un-christen gehalten sein möchten, ihren Leichtsinn, ihr seltenes An-Gott-Denken, ihr wildes, planloses Dahinleben zu beschönigen.Sie haben oft Kraft genug, Zweifel zu erheben, um sich vor sichselbst zu entschuldigen; aber es fehlt ihnen an Muth, oder Vermögenund Willen, die Nichtigkeit solcher Entschuldigungen einzusehcn.

Warum soll ich beten?

Nicht um Gottes willen, denn Gott bedarf deines Gebetesnicht, nicht deiner Bitten, nicht deines Dankes; und wenn duihn auch vernachlässigest, wenn du auch unter deinen eigenenWerth versinkest, und seine mannigfaltigen Gaben genießest gleichandern Thieren, die da genießen, ohne den Geber zu wissen,wenn du seiner auch ganz vergessen könntest: er wird dich den-noch nicht vergessen. Denn er ist gütig und barmherzig.

Nicht um Gottes willen, oder um ihm zu sagen, wasdir fehlt, was du zu befürchten habest, was du wünschest.Ehe du warst, waren deine Bedürfnisse von ihm schon erkannt.Er ist allwissend. (Matth. 6, 8.)

Nicht um Gottes willen, ihn zu belehren, was die vor-theilhaft sei, um ihm deinen Rath zu erlheilen denn er, vordessen Blick die Geheimnisse der Zukunft und der Vergangenheitentschleiert liegen, weiß allein, was dem armen Sterblichen unterallen seinen Umständen und Verhältnissen am wohlthätigsten sei.Er ist die höchste Weisheit,