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2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
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Urkunde ihrer höhern Abkunft und ihrer höhern Zukunft an-zusehcn.

Die weisesten der Menschen beten, denn in ihrer Brust ist.die Sehnsucht nach der Vereinigung mit Gott am lautesten.Es betet der Greis, denn ihm hat sich Gott in den wunderbarenEreignissen des Lebens Heller offenbart. Es betet der König ,wie ihn auch die feile Zunge des Schmeichlers preisen mag, dieihn nicht nennen würde, schmückte ihn keine Krone und Gewalt;er selbst empfindet seine Schwächen am lebhaftesten. Mitten imerborgten Flitterglanze seiner Herrlichkeit mahnt ihn sein Herz:du bist Staub, bist voller Sünden, und mancher deiner Untenthanen ist frömmer, edler, gottgefälliger als du. Es betet derlebhafte Jüngling, wenn er aus dem Rausche der Zerstreuungenzur Einsamkeit und Stille der Nacht übergeht. Er sicht zwischenden Blüthen der Jugendwelt die anrückenden Sturmwokkenkünftiger Jahre, und zittert vor der Unsicherheit der eigenenKräfte. Er hält fest an Gott; er kennt keinen Freund, dertreuer, keinen Vater, der gütiger, keinen Beschützer, der mächtigerist. Es betet der rohe Krieger, der Abends auf blutigenWaffen entschläft. Nicht diese Waffen, die Vorsehung schütztihn; er geht in feinen schrecklichen Beruf; noch ein Augen-blick, und sein blutender Leichnam kann neben andern Todtenliegen. Es betet die Mutter unter ihren hc-lden Kindern;Gott gab ihr diese Lebenswonne, Gott kann sie nehmen; abergebenedeiet sei von ihr der Name des Herrn. Es betetmit verspäteter Büßfertigkeit der Wüstling auf dem peinlichenKrankenlager. Das Stundenglas sagt ihm: dieses Leben ist keirreEwigkeit; und im Spiegel erblickt er ein Gespennst, das ihmgleicht. Er schaudert mit eben dem Abscheu vor der sinnlosenVertändelung seines Lebens zurück, wie er einst mit Hohn dieHebungen reiner Christen belächelte. Es betet die trauerndeWittwe am Sarge des theuern Gatten; die Welt ist ihr nunverwaiset; sie hat ihr Bestes verloren, doch Gott ist ihr geblieben,und eine selige Hoffnung, die nicht im Grabe stirbt. Es betet-er menschenfreundliche Weise, wenn er von guten Thaten hinaus-erlt, neue Kräfte im Anblick der schönen Natur zu schöpfen, und