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Vollkommenheit, und daß er nur ein Gott des Guten und Ge-rechten, kein Gott des Sündlichen ist, werden sich meine Wünschevon aller Unlauterkeit befreien; da wird mein Gewissen mirlauter sprechen, als im Gewühl des Lebens, wo ich bei der Unter-nehmung vielleicht mir und Andern durch Unüberlegtheit oderLeidenschaftlichkeit Verderben zu bereiten Gefahr kaufe; da wirdsich erst meine U'eb-erzeugung befestigen, und mit Zuversicht aufGottes Beistand mein gelassener Muth erheben.
Cs geschieht keine That, sie ist von Ewigkeit her in der Ver-kettung der Dinge vorhcrgesehen worden. Auch das Gebet isteine That, eine der heiligsten und erhabensten, welcher der Menschfähig ist: cs ist ja ein Annahen zu Gott. So ist denn auch dasGebet in das Gewebe der Schicksale eingeflochten, und mit demGebet alle Folgen desselben.
Bloß künstliche Einbildungen zwingen das nicht, was Inbrunstdes Gottanrufens vermag. In jenen täuschen uns oft überspannteHoffnungen und Blendwerke der Eigenliebe über die wahre Be-schaffenheit der Sachen. Im Gebet aber redet das Gewissen;cs zeigt dem Beter, wo er das Ungeziemende, das mit LeichtsinnGewagte will. Es sondert von uns ab, was nicht rein ist, undgibt uns erst Kraft, t>enn die Ueberzeugunz von der Gerechtigkeitund Güte unserer Sache in Gegenwart des allwissenden Gottesklar und fest ist.
Ja, ich will beten! Die Macht des Gebetes ist kein leererWahn. Du selbst, mein Heiland, mein Jesus, hast mich esgeheißen; Du selbst hast für mich gebetet, und Deine Bitte fürdas Geschlecht der sündigen Menschen ward uns ein ewiger Segen.Ich will zu Dir beten, mein l/nim!ischer Vater, und will bitten.Du wirst mir geben. Ich will bei D i r suchen, und ich werdebei Dir finden. Woher sollte ich Muth nehmen, wenn Du meineZuflucht nicht wärest? Woher Trost in meiner Bangigkeit,wenn Deine Barmherzigkeit ihn mir nicht reichte? Wenn michdas Leben bedrängt, Du bist meine Zuflucht! Wenn die Ver-suchung zum Ungerechten allzugewaltig wird, ich will beten undmich in Dir heiligen. Amen.