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2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
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das in ihm sein soll. Er kann nicht zwei Herren dienen, Gottund seinem irdischen Mammon oder Lieblingswunsch. Er kann«icht beten, sondern nur Worte machen mit halber Andacht, weiler noch mit halbem Gemüth am Zeitlichen hangt.

Die Flamme der Andacht läutert unsere Wünsche. ImUmgang mit Gott werden sie göttlicher. Das Irdische verliertLa allen Werth gegen das Himmlische, und vor dein höchstenSeelengut verschwindet, wie nichts, das liebste Erdengut. Dahertritt der Beter oft mit ganz andern Urtheilen über das, was ervorher wünschte, aus dem Gebet zurück. Er sieht ein, daß das,wonach er trachtete, nicht das Alleredelste war, was er sichwünschen sollte. Er verliert nun selbst die Lust daran, weil ernicht mehr das Vertrauen dazu hat, daß ihn dies allein beglücken,oder Gott ihm zum Verlangen desselben beistehen werde. Er ändertseine Maßregeln, weil ihm das vormals Wichtige in der NäheGottes klein und verächtlich geworden ist. Und wie er seine Maß-regeln ändert, ändert er mit ihnen den Gang seines künftigenSchicksals. Mit der Wahl eines vortrefflichen Zieles zieht er einvortrefflicheres Loos. Er wird größer, er wird weiser, er wirdglücklicher; denn nicht Thorheit macht glücklich, sondern Weisheit.Und diese ward ihm durch den Einfluß des Gebetes.

Ja, so sehr kann der Umgang mit Gott den Geist erheben,daß nicht nur ein einzelnes Lebensgut, sondern das ganze Lebenselbst, klein und unbedeutend neben dom Göttlichen wird, demwir nachringen sollen. Christus betete in Gethsemane, undging unerschrocken vor die Richterstühle und zum Kreuzestod.Stephanus, vom wüthenden Pöbel gesteinigt, bekannte dieWahrheit Jesu muthvoll. Er betete, und starb in heiligemEntzücken. Wie er, khaten hundert und hundert von Bckennerndes Heilandes nach ihm. Es erstaunten die Juden, es erstauntenDie Heiden über den Heldensinn dieser Tugendhaften. Die Todes-verachtung derselben erregte Mitleiden, Bewunderung, Nach-denken. Man forschte tiefer wach; denn so kann kein Jrrthumbegeistern. Und die Forscher wurden Bekenner. Und das ReichJesu breitete sich siegend aus, und mit dem Sturze heidnischerTempel verwandelten sich Sitten und Schicksale der Nationen.