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2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
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Arierlich war der große Augenblick, wenn Feldherren und Soldatenbetend auf ihre Knie niedersanken, und im Angesicht des Feindesdas Gemüth voll Inbrunst zu Gott erhoben, und der Donnerdes feindlichen Geschützes ihre Andacht nicht stören konnie. Und siestanden vom Gebete auf. Nun waren sie andere Menschen. DieBeaeisterung der Zuversicht strahlte aus ihren Gcberden. Kalt-blütig, ohne Todesfurcht, rückten sie vor. Mit mir ist Gott!rief es in jedem Einzelnen. Gott war mit ihnen. Jeder ward einHeld. Was sind tobte Maschinen gegen die Gewalt des mensch-lichen Willens ? Nicht ungeheure Körpermassen, sondern der Geistthut das Große im Leben. Es kam der Sieg des Schwachen überden Starken; und der Sieg ging aus dem Gebet hervor.

Zweifelst du noch, Zweifler, an dein Einflüsse des Gebetsauf die Schicksale der Menschen und Länder? Ohne das Gebetwürde der Sieg gefehlt haben; ohne das Gebet der Muth desfrommen Armen zur großen, gemeinnützigen Unternehmung;ohne das Gebet die Entschlossenheit des unbekannten Mannes,aus der Dunkelheit hervorzutreten, Recht und Wahrheit vorVölkern und Thronen zu retten.

Das Gebet, dieser Umgang des menschlichen Geistes mit demGeiste aller Geister, führt uns, wenn ich so sagen darf, jedesmalauf die höchsten Höhen des Lebens, von denen herab gesehen allesIrdische kleinlich, alles Süusliche und Unbillige verächtlich wird.So wie der Mensch im Umgänge mit guten und weisen Menschenselbst besser und weiser wird: so heiligt sich sein Gemüth im Um-gänge mit dem Allerheiligsten. Man kann nicht mit Wahrheitund vollkommener Andacht beten, wenn man sich nicht von derMajestät und Heiligkeit Gottes bewegt fühlt. Wer aber dieHeiligkeit des höchsten Wesens empfindet, kann fein Gemüth nichtzugleich dem Unreinen weihen. Der kann nicht mit Innigkeit undWahrheit beten, der seinen Nächsten hassen und doch zum Gottdesselben beten will. Der kann nicht beten, der mit Betrug gegenAndere umgeht, und doch zum Allwissenden beten will, welcherAbscheu vor aller Falschheit hat. Der kann nicht beten, der dasirdische Wohlsein, Vermögen, Ehre, Ansehen, Genuß von mensch-licher Freundschaft und Liebe dem Göttlichen vorziehen möchte.