Druckschrift 
2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
49
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Wehe mir, o mein Gott, so habe auch ich oft vor Dirgebetet! Wie kann auch ein Mensch so schreienden Widerspruchvereinigen! Im gleichen Herzen die tief,re Ehrfurcht vor Gottund die leichtsinnigste Vergessenheit seiner durch Jesum grossen-barten GeboteIn gleicher Brust die Inbrunst heiliger Andachtund die Flamme des niedrigsten Hasses! Auf gleicher Lippe daSLob Gottes, und wieder die Verwünschung eines Feindes!Die gleiche Hand zum Himmel emporgcfaltet, und doch zuirgend einer Sünde bereit! O wie oft bat ich, mein Vater,von Dir, was ich Andern versagte! War ich Deiner Huldnoch ferner würdig?

O was bin ich denn, und wodurch bin ich es, du unendlichBarmherziger, daß Deine Liebe zu mir nicht aufhört? Wie kannich's verdienen, daß Du meiner nicht vergissest, so oft ich Dichdoch schon vergessen habe? Könntest Du mein vergessenDein Antlitz von mir abwenden dann, o Gott, es schauderetief das Innerste meines Lebens! dann sänke ich in die uralteNacht zurück, aus der mich Deine Gnade rief; in das Nichts,das war, ehe ich wurde. Für mich wäre kein Leben, keine Lust,kein Himmel, keine Erde je gewesen; kein Jesus hätte für michgebetet, keine Ewigkeit ihre Pforten geöffnet!

Ich will Dein gedenken, mein Gott! Die Stunden meinerhäuslichen Andacht sollen immer die 'feierlichsten meines Tagessein. Ich will Dir meine Gebete darbringen, und Dir die Seelmmeiner Lieben, meiner Hausgenossen im Gebete zuführen.