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welches sich einbildet, besser zu wissen, was sein wahres Wohl sei,sondern mit Ergebung, mit Anerkennung der himmlischen Weis-heit, welche, wie die Schicksale der Welten und Völker, auch dasSchicksal des Wurmes gütevoll leitet. Auch wo dein Wunsch amheißesten ruft, auch wo dir am allerbängsten ist, füge hinzu: „Doch,Vater, nicht mein Wille, sondern der Deinige geschehe!"
Bete mit Weisheit! Bitte nicht um Dinge, diedu selber, wenn du Gebieter wärest, Andern ab-schlagen würdest, wenn sie dich darum anrufenwollten. Bitte nicht zu Gott, daß er deiner Weichlichkeit undSchwachheit, deiner Eitelkeit und Geldgier, deinem Ehrgeize oderNeide hilfreiche Hand biete. Würdest du dich nicht weigern,wenn man dich 'auffordern möchte, ein Werkzeug fremdenStolzes oder fremder Rache zu sein? Wie kannst du dich Gott,dem Allerheiligften, mit den Wünschen für das Unheilige undSündhafte nahen, nach welchem du heimlich begehrst? — Ach,vielleicht glaubst du in deinem Herzen, du habest nie um dasUnerlaubte zu Gott gerufen. Und doch geschieht es oft,wenn unsere Wünsche unter manchen Umständen allzulebendigwerden, daß wir dasjenige für unschuldig halten, was nurWirkung unserer Eitelkeit, unserer sinnlichen Begierde ist, undandern Menschen zum Verderben gereichen müßte, wenn Gottuns erhören würde.
Bete mit Weisheit!— Nur zu oft geschieht es, daßdu Gott um das bittest, was duAndern selbst ver-weigertest! Wie kannst du ihn anrufen, daß er dir gewähre,was du deinem Nebenmcnschen versagtest? Du flehest, daß Gottdich nicht in zu harte Prüfungen führen wolle; und doch führestdu Andere, bald durch deinen Zorn, bald durch deinen Stolz,bald durch deine Ueppigkeit, in schwere Versuchungen ihrerTugend! — Du bittest um dein tägliches Brod, und doch ver-sagst du selbst Leidenden Hilfe, und verkümmerst Andern aufallerlei Weise die Nahrung. — Du bittest um Vergebung deinerSchuld, und doch kannst du selbst dem, der dich beleidigte, nichtverzeihen, und hast wider ihn Wort und Werk!