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2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
43
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Bedürfnissen belehrt werde, in dem ist nicht der Geist des Christen-thums. Er kennt die Majestät des Allerheiligsten, die Weisheit- des Weltordners nicht, nicht die Nähe des Allgegenwärtigen.Denn was könntest du ihm von dir anvertrauen, das er nichtwüßte? oder was könntest du ihm rachen, daß er zu deinemBesten thue, das er nicht lange vorausgesehen hätte, ehe dubatest? (Matth. 6, 32.)

Bete also nicht, damit dir Gott mehr gebe, son-dern weil er dir gibt, darum bete! Dein ganzes Lebensagt's dir ja: er gibt! Er gab dir, che du sein gedachtest. Ergibt dir, auch wenn du dich, Sünder, von ihm entfernest, undmit Undank seine Gnade vergiltst. Er gibt dir, voll ewigerLiebe, und vergißt Lein nicht, wenn du sein vergessen hast.Darum erkenne sein treues Vaterherz. Werde sein Kind. Hangean ihm mit Inbrunst und Andacht. Rede gern mit ihm, wiedas gute Kind sich mit Vater und Mutter gern unterhält. Undwie dem Kind wohl ist bei seinen Acltern: so wird dir wohlsein im Gebet zu Gott. Das Gebet ist nur ein Ausströmendeiner Liebe, ein Ueberströmen deiner Empfindungen von Er-gebung, Vertrauen und Zufriedenheit mit des Vaters Willen.

Es ist ein sehr verkehrter Begriff, wenn man sich einbildet,es sei mit der Andacht und dem Gebete im Tempel genug. Wirdsich ein gutes, liebendes Kind damit begnügen, seinen Aelternin öffentlicher Versammlung oder bei feierlichen Anlässen Dank-barkeit und Zuneigung zu beweisen? Gott ist allgegenwärtig.Bete im Palast, im Kerker, im Tempel, in der Schlafkammer,im Walde, auf dem Meere: er hört dich. Er ist bei vir. SeineKirche ist das hohe Weltall.

Bei vielen Christen so wollen sie wenigstens geheißensein ist ein sonderbares Sträuben gegen die häusliche Gottes-verehrung. Sie finden, man sei zu zerstreut. Aber bistdu in Allem zerstreut im Hause? Warum sammelt sichdein Geist schnell zu jedem, auch dem kleinsten Tagewerk?Warum zu jedem Gespräch schnell, es sei mit Fremden oderBekannten? O Unglücklicher, der du nicht beten kannst, indir ist keine Liebe des Höchsten, kein Sinn für das Allerheiligste