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5.
Das häusliche Gebet.
Matth. 6, e.
Ich muß zu Dir die Hände falten/
E< drängt mich hin zu Dir/ mein Gott!
Nie wird mein Herz für Dich erkalte»/
Nie durch der Spötter faden Spott.
Wie einem Kind an Vaters Brust/
Ist zu Dir deren meine Lust.
Sprichst Du nicht selbst: Ich will Dich rette»/
Ruf' mich nur an in Deiner Noth!
Und lag' ich jammervoll in Kette»/
Und räng' ich mit dem bittern Tod/
Könnt' ich nur bete« / Herr/ zu Dir:
So wäre Lichr und Lust in mir.
Wenn ich zu Dir im Geiste trete/
Kann ich Dich! Gott/ im Geiste schau'»/
Und Wundermacht wohnt im Gebete/
ES bannet alle Furcht und Grau'n /
ES gießet Weisheit/ Kraft und Lust/
Den Himmel senkt'S in meine Brust.
Äbill ich des ersten Chn'stenthums Einfalt und Glück in meinemHause oder nur in mir selbst erneuen, so ist das stille Gebeteiner der wichtigsten Theile meiner Gottesverehrung. Die erstenChristen lobeten Gott gern gemeinschaftlich — aber auch einsamwar Gebet ihre Freude. Jesus Christus besuchte den Tempel zuJerusalem; aber auch im engern Kreise seiner Geliebten wandte- er sich mit ihnen oft betend zum ewigen Vater; — oft auch, undvielleicht am liebsten, wo ihn Niemand sah und hörte. JederGedanke an seinen Vater war Gebet. So sei es auch in mir.
Ja, du sollst beten, nicht in der Kirche nur, auch in derStille deiner Kammer. Beten sollst du nicht immer,damit dir Gott etwas gewähre und gebe; sondernmehr, weil er dir gibt, darum bete!
Wem das Gebet nur dann wichtig ist, wenn er in Sorgenund Bedrängnissen keine andere Zuflucht kennt, der ist ein ganzgewöhnlicher Mensch. In ihm lebt nicht der Geist des Christen-thums. Wer da betet, bannt Gott von seinen Wünschen und