Wahrheit! Wenn mein Gemüth bei der Feier Deines Todesvon Wehmuch und Bewunderung ergriffen war, wie leicht schienes mir da oft, Dir nachzuahmen, um Dir durch Festigkeit desWillens in Heiligkeit gleich zu werden!
War ich nicht in meinen Entschließungen oft, wie Petrus,fromm und voreilig, wenn ich, in Betrachtungen Deines Opfer-todes versenkt, mit Thronen im Auge schwor, lieber zu sterben,wie Du, als Dir und Deinem heiligen Beispiel abtrünnig zuwerden? Ach, und hatte ich nicht Petrus trauriges Schicksal,sobald ich wieder in das Gewühl des Lebens trat? So wie michAlles wieder auf die gewöhnliche Weise berührte, ward ichwieder der gewöhnliche, von seinem Eigensinn, seinen Launen,seinen unbilligen Begierden' hingerissene Mensch.
Aber wie Petrus sich ermannte, und nicht den Muth auf-gab, Deiner würdig zu sein, so, mein Heiland, will auch ichnie verzweifeln an meiner Kraft. Glaubensvoll will ich auf Dichblicken, wenn ich wanke; an Deinem Kreuze, o mein Erlöser,mich aufrichten, wenn ich durch Furcht und Angst vor der Weltin meiner Laufbahn falle. Ich will wachen über mich, ich willbeten. Durch Dich, mein Jesus, vermag ich das Schwerste.Amen.