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vielleicht nicht allgemein sein mag, oder irgend ein innerer, krankeHafter Ueberreitz vorhanden sei. Nicht gewöhnliche unbehaglicheGemüthszustände sind entweder wirklich schon thätige Krank-heilen des Leibes oder Vorboten ihres nahen und gefährlichenAusbruches. Hier ist es Zeit, einen verständigen, erfahrenen,menschenfreundlichen Arzt zu berathen, ehe das Uebel tiefer ein-wurzelt. Die innere Stimme warnt und ruft Hilfe. Gott selbstfordert, daß wir für die Gesundheit des Leibes die aufmerk-samste Sorgfalt hegen, denn er soll ein Wohnhaus des heiligenGeistes sein.
Sehr bedenklich sind solche Zustände des Gemüthes, dieschon eine so große Gewalt über den Geist üben, daß er nicht mehrunbefangen urtheilen kann, und die Ursachen des Jähzorns, desewigen Mißmuths, des Trübsinns, der Aengstlichkeit, statt inder kränklichen Beschaffenheit seines Leibes, schlechterdings inden äußern Umgebungen und Umständen zu finden glaubt; oderwenn er seine religiöse Zweifelsucht, seine Bangigkeit wegenGottes Zorn und Unversöhnlichkcit in der Verderbtheit seinesHerzens, und nicht in der Verderbtheit seiner Säfte und körper-lichen innern Theile erkennen will. Da ist es vergebens, an dieHuld und Barmherzigkeit des ewig grundgütigen Vaters imHimmel zu erinnern; da ist es vergebens, Jesu beruhigendesWort zu wiederholen: Kommet her zu mir, alle, die ihr müh-selig und beladen seid, ich will euch erquicken; — da ist es umsonst,das heilige Trostwort Gottes zu geben: Fürchte dich nicht, denmich habe dich erlöset, ich habe dich bei deinem Namen gerufen,du bist mein! — Ich will euch annehmen und euer Vater sein,und ihr sollt meine Söhne und Töchter sein, spricht der allmäch-tige Herr. — Nein, alle Beruhigungsgründe der Vernunft, wieder Religion, sind da fruchtlos. Der Verstand ist schon verwirrt,und immer das Betrübendste, Trostloseste, Gräßlichste ist derSeele am nächsten, am lebhaftesten. Die Vernunft schweigt,und der heilige Glaube hat keine Kraft mehr. SchwermüthigcGespinnste der Einbildungskraft treten an die Stelle besonnenerUeberlegung und ächten, christlichen Glaubens. ES ist der An-fang einer Art Wahnsinns, durch körperlichen Anlaß erzeugt.
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