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2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
27
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In ehemaligen Zeiten, als man noch wenig Kenntniß vondem Zustande des menschlichen Körpers und den Aeußerungenseiner krankhaften Zufälle hatte, wurden viele derselben ohneanders für Wirkungen des Satans gehalten. Vergebens mochtedie heilige Schrift sprechen: Gott hat dem Teufel die Macht überuns genommen! man überließ stch dem gottlosesten Jrrthum,und machte das Uebel des Leidenden nur ärger, indem man denGrund desselben an einem falschen Orte suchte, und die Einbil-dungskraft der Menschen mit abscheulichen Vorstellungen anfüllte.

Reizbare und nervenschwache Personen können durch außer-ordentliche körperliche Erschütterungen, durch Schrecken, Furchtund Angst, oder durch den Verlust einer oder mehrerer Personen,da eine maßlose Betrübniß ste ergreift, in leibliche Krankheitenoder in wahre Geistesverwirrung gestürzt werden. Viele wurdenein Opfer des Todes; Viele wieder versanken in Seelenunruheund unaussprechliche Bangigkeit, wo ste sich die Zahl ihrerSünden größer vorstellten, als das unendliche Erbarmen desAllbarmherzigen; Andere, von der beständigen Angst des Herzensgequält, gaben alle Hoffnung an ihrer Seelen Rettung, Heilund Seligkeit auf; bei Andern stiegen wieder ganz unwillkürlichunchristliche Zweifel, bei Andern wahrhaft gotteslästerliche, scheuß-liche Gedanken gegen das höchste Wesen empor, deren sie sichnicht erwehren konnten, so viel Mühe sie sich auch gaben, undso sehr sie auch bei dergleichen Gotteslästerungen ein Grausenempfanden. Waren sie noch verständig genug, dies nicht fürteuflische Eingebungen zu halten, hielten sie es doch für Wirkungenihrer eigenen, grundverderbten Natur, die vor dem Richter derTodten und Lebendigen keine Gnade mehr finden könne.

Daß durch eine geheime Verkettung von dunkeln Gefühlenund Vorstellungen allerlei verhaßte Gedanken wider unfern Willenaufsteigen können, ist eben so gewiß, aber eben so unschuldig,als wenn unsere Träume des Nachts von unanständigen Ein-bildungen befleckt werden. Was in uns wider Willen unsersvernünftigen und gottcsfürchtigen Geistes vorgeht und erscheint,ist n:cht unsers Willens Werk, sondern das Werk und die häßlicheFrucht krankhafter körperlicher Zustände. Gott aber rechnet uns