Druckschrift 
2 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
22
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Vom Einflüsse des Gemüthszustandes aufunfern religiösen Sinn.

Klagelied Jerem. 3/ <o.

Aechten Glauben gib vor allenAndern Gnaden/ Baker/ mir!

Wem er fehlt/ muß Dir mißfallen/

Wer ihn hat/ ist eins mit Dir.

Er belebe meine Triebe/

Set der Stab / die Hand der Liebe!

Er besiege/ wie ein Held/

Durch mich Satan / Fleisch und Welt.

Unaussprechlich schwach und flüchtigIst mein tiefverdor'b'ncs Herz.

Heut' ist mir die Tugend wichtig/

Morgen ist sie nur ein Scherz.

Ach/ wär' nur mein Glaube fester!

Stärk' ihn/ mehr' ihn/ Allerbester/

Zesus/ eile/ stärk' ihn Du/

Ach/ sonst sind' ich keine Ruh!

Ä/^an hat seine Launen. Man kann sich auch beim besten Willennicht immer gleich sein. Man ist heute leicht und heiter, zu allenDingen aufgelegt, fühlt sich recht wohl und lebendig, und begreiftselber nicht, warum man so lebensfroh ist. Morgen ist man,ohne Grund und Ursache, verstimmt, verdrossen, schwerfällig;nichts geht von der Hand; man fühlt sich durch Kleinigkeitenaufgebracht, durch einen blossen Blick gekränkt; ist wehmüthig,düster, hat eine sonderbare Beklommenheit und Angst, ohnesich das Alles erklären zu können. Freilich erklären läßt es sichzuweilen wohl, aber doch hält es immer schwer, sich im erstenAugenblick darüber deutliche Auskunft zu geben. Ja, wennman in einer unbehaglichen Verstimmung ist, ist man selten auf-geweckt genug, sich über die Veranlassung solcher VerstimmungRechenschaft zu geben.

Dieser Wechsel unserer Gemüthszustände kann oft in demselbenTag statt finden. Wir sind gewöhnlich am Morgen, wenn derLeib durch einen gesunden Schlaf erquickt und gestärkt worden