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Die Andacht
Matth. <5/ «.
Wenn ich vor meinen Schöpfer trete/
Und in der stillen EinsamkeitMit tiefer Andacht zu ihm bett/
Was fühl' ich da für Seligkeit!
Was strömt mir da für Scelenruh'/
O Gott,- von Deinem Throne zu!
Wie klein erscheinen mir die FreudenDes Irdischen und seiner Pracht/
Um die sich Menschen oft beneiden/
Und Mancher sich zum Sklaven macht!
Ach/ keine Freude ist so rein,
Als im Gebet vor Gott zu sein.
Drum will ich auf der Andacht SchwingenZu Dir/ mein Gott/ mich oft erhöh'»;
Des Weltalls Wunderwerk durchdrtngeri/
Um Deine Größe zu versteh'« /
Mit Inbrunst preisen/ beten — dannReiht sich der Mensch dem Engel an.
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I B
Jerusalems Pharisäer und Ausleger des mosaischen Gesetzesumringten einst den Messias, und bestürmten ihn mit Fragen,die für ihn und seine Jünger voller Vorwürfe sein sollten. Dennsowohl die Jünger, als ihr göttlicher Führer selbst, unterließenzuweilen die Beobachtung mancher kleinen Gebräuche, welchedas Gesetz Mosis bei verschiedenen Gelegenheiten vorzeichnete,wie zuni Beispiel, man müsse die Hände waschen, ehe man damitBrvd anrühre, welches gegessen werden sollte.
Christus wandte sich mit jener überwindenden Kraft an sie,die seinen Worten nie fehlte. Er machte ihnen klar, wie sieallerdings mit bewundernswürdiger Genauigkeit auch die geringstenäußerlichen Werke des mosaischen Gesetzes vollzögen, jedes Opferjede Reinigung, jedes Gebet, und dennoch ohne Religion, undfern vom Geiste der mosaischen Lehre wären. Er überführte siedavon mit unläugbaren Beispielen. Und sie wären, fügte er hinzu,ohne Religiosität, weil sie ohne Andacht wären. „Ihr Heuchler!"rief er: „Es hat wohl Jesaias von euch geweissagct und gesprochczr:
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