irdischer Vater zu einem seiner Kinder sprechen, das ihn umWaffen und Stärkung anricfe, einen Bruder oder eine Schwesterzu ermorden? — Gotteslästerer, und ihr betet zu Gott, euch zumMorden, Rauben und Elendmachcn euerer Brüder beizustehen?Ist er nicht Vater aller seiner Erschaffenen? Ist er schlechter,als ein irdischer Vater unter euch? Sind wir nicht alle KinderGottes? Wo ist ein Volk, wo eine Kirchengenossenschaft, gegendie er so parteiisch wäre, wie ihr verblendete Thoren? WerRecht thut und Gott fürchtet in allerlei Volk, der ist ihm an-genehm, denn es ist kein Ansehen der Person vor ihm.
Viele Andere sind, welche sich aus Mißvcrständniß des bild-lichen Ausdrucks Gottesdienst einbilden, man könne Gottwirkliche Dienste leisten und etwas Angenehmes erzeigen, wennman gegen ihn äußere Aufmerksamkeit hat, wie gc^en Fürsten,die doch nichts als schwache Menschen sind. Sie bleiben dabeiunreines Herzens, schwelgen, (rufen, betrügen, verführen, hassen,verleumden, spötteln; aber rennen fleißig in die Kirche, betenlange Gebete, singen, geben Almosen, und glauben mit ihrenZeremonien den Herrn des Weltalls, den Richter der Geister zubestechen; glauben, sie können die Selbststrafe der Sünden ab,wenden, und einen Segen erwerben, der nur das Erbthcil tugend-hafter Geister ist. Oder sie bleiben in ihren Lastern, und tröstensich des Verdienstes Jesu Christi, als wäre sein Verdienst nichtdas Werk des ewigen Vaters selbst gewesen.
Hüten wir uns wohl, den Allcrheiligstcn mit unfern mensch-lichen Schwachheiten und Leidenschaften zu bekleiden. In ihm istkein Ehrgeiz, kein Eigennutz. Wir sollen ihn ehren, nicht weildurch unsere Verehrungen seine Herrlichkeit vergrößert wird, son-dern unsere Gcinüthsvortrefflichkeit gewinnt. Wir sollen Rechtthun und seine Gebote halten, nicht weil wir ihm damit dienen,sondern unser eigenes Glück erweitern. Denn was hätten wirihm zu geben oder zu leisten, was wir nicht bloß seiner Gnade zudanken hab.n?
Aber euch diejenigen sinken in Jrrthum und Abgötterei,welche, in der Meinung, sich Gott auf die würdigste Art vor-zustellen, ihn sich wie eine dunkele, das ganze Weitall durch«