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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
475
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senen bei. Und warum denn die Reinheit des Gemüths beflecken,und schauspielerische Thorheit statt der Wahrheit geben? Wieschwer ist es, die in früher Jugend empfangenen ersten Eindrückewieder zu vertilgen; und wie leicht wird ein unwissender, roherMensch geneigt, ein Bild, welches ihm Andacht erwecken soll, fürden Gegenstand der Anbetung selbst zu halten!

Oder wissen wir denn nicht, wie im Schoose der christlichenKirche leider der im Denken wenig geübte Haufe des Volks in einneues Heidenthum versinkt, wenn er das Zeisigen für daö hält,was damit doch nur bezeichnet werden soll? Wissen wir denn nicht,daß der rohe, ungelehrte oder vielmehr übclbelehrte Volkshausenan vielen Orten vor Holz und Stein kniet, wie der Heide davorkniete, und Wunder davon erwartet, wie der Heide auch von seinenBildern erwartete? Wenn Jesus Messtas in seiner heiligenWürde durch unsere ihm geweihten Tempel wand-elte; wenn er,der da rief: Gott ist ein Geist, ihr müsset ihn im Geisteverehren und an beten; wenn er, der da lehrte: Gott ist über-all, und nicht in Tempeln allein von Menschenhänden gemacht!wenn er diejenigen sähe, die sich seine Jüng-er nennen, den Christcn-namen t ragen, wie sie in trauriger Blindheit vor Abbildungen desGöttlichen knien, und besonders von diesem oder jenem BildeWund«? erwartenwürde er seine Nachfolger in ihnen erkennen?

Was fromme Menschen einst bloß zur Beförderung der An-dacht erfanden, das hat eine heidnische Unwissenheit in wahreAbgötterei verkehrt, und unwürdige Priester des Altars bestärktenaus ähnlicher Unwissenheit, oder aus Ehrgeiz und Herrschsucht,den blinden Pöbel in dem Wahn, welchen die Schrift verdammt,Jesus Christus nie, und nie einer seiner Apostel gelehrt hat.

Das sind die Folgen sichtbarer, bildlicher und körperlicherVorstellungen des Unsichtbaren und Göttlichen!

Wenn man aber auch frei von diesem Heidenthum der Christenist, so ist man es oft keineswegs von einer andern Art des Heiden-thums, da man sich Gott zwar nicht in Gestalt eines betagtenMannes, oder eines Thieres, gleichwie die Taube ist, wohl abermit allerlei menschlichen Schwachheiten behaftet, auf die un-würdigste Weise vorstellt. Wahr ist es, viele heilige Schriftsteller