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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
474
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verlangen. Unsere Hand kann nicht das Weltmeer umspannen,geschweige die Grenzlosigkeit des Alls; wir können tausend Kleinig-keiten nicht ergründen, geschweige das Allergrößte; wir sind höchstunvollkommene Wesen: wie können wir das Allervollkommensteerfassen? Wer Gottes Wesen durchschauen und ergreifen wollte,müsste selbst Gott sein. Ist es nun an sich ungedcnkbar, von derGottheit in seinen Vorstellungen eine Art Bildniß zu haben; istjedes Bild, welches wir uns vom höchsten Wesen entwerfen undträumen, immer nur eine unwürdige Einbildung: so ist es auchsündlich und tadclhaft, sich den Allerhöchsten unvollkommener zudenken, als er ist; ja, es schadet der wahren Religiosität, undbringt auf mancherlei Weise Verderben.

Dadurch kam der Götzendienst, die Anbetung von hölzernen,steinerne» oder gemalten Gottesbildern unter die Menschen; da-durch entsprang jener falsche Gottesdienst, wo sich die Sterb-liehen ihren Gott, den sie verehren wollten, wie die sinnlicheVerehrungsweise selber erfanden und machten; wo sie eine Speisefür rein, die andere für unrein erklärten; wo sic an gewissenTagen Fasten beobachteten, an andern Wollüste und Aus-schweifungen gestarteten. Das ist es, wogegen die hesiige Schriftkraftvoll warnt; das, woran Paulus erst die Bekenner Jesuzurückmahnt: So lasset nun Niemand euch Gewissen machenüber Speise, oder über Trank, oder über bestimmte Feiertage,oder Neumonden, oder Sabbathe; welches ist der Schatten vondem, das zukünftig war, aber der Körper selbst ist in Christo;welches ist Menschengebot und Lehre. (Koi. 2, 10. 17.)

So gross auch die Kunst der Maler sei, ist es doch immer auchvon dem Vortrefflichsten unter ihnen eine Verstandesverirrunz'und nie zu verzeihende Geschmacklosigkeit, den Schöpfer des Welt-alls , oder den ewigeil hohen Richter der Todten und Lebendigen,in der Gestalt eines starken, weissbärtigen, wohlgekleideten altenMannes darzustellen. Alle eure angebrachte Majestät in Haltungund Geberdcn ist nur Ziererei sterblicher Herren; und wie magdas Ewige veralten? Bilder dieser Art sind wahrhaft irreligiös.Sie verleiten das Gemüth der Kinder zu falschen und unwürdigen' Vorstellungen, sie bringen eben dergleichen unwissenden Erwach-