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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
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seinen Gesetzen wirkenden tobten Kräften, und setzen an die Stelleder schöpferischen Weisheit das von ihr erst Erschaffene.

Wie aber soll ich mir Gott vorstellen? Christus Jesusantwortet dir: Gott ist ein Geist, und die ihn anbeten,die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit an-beten. (Joh. 4, 24.)

Auch in dir, o Sterblicher, ist ein lebendig wirkender, dasHeilige fordernder, erhabener Geist, der ewig fortleben wird.Dieser Geist ist ebenfalls unsichtbar, und du kannst dir von seinerBeschaffenheit keine deutliche, noch weniger bildliche Vorstellungmachen: und doch ist dieser Geist vorhanden in dir, denn sonstwürdest du dieses Wort nicht verstehen, diesen Gedanken nichtdenken können; du wärest selbst nicht vorhanden.

Auch in dir ist ein Geist. Er ist unsichtbar in allen Theilendeines Körpers gleichsam gegenwärtig. Er ist es, der das Lebenbewirkt, und mit unerklärlicher Kraft und Wetterschnellc im inner-sten wie im äußersten Gliede des Körpers wirkt; du weißt dies,du bist vom Dasein dieses deines Geistes überzeugt, weil du über-zeugt bist, daß du in der Welt bist: und doch kannst du dir von dirselbst und deinem geistigen Ich keine bildliche Vorstellung machen.

So ist Gott; er bleibt der lebendige Urgeist des grenzenlosenAlls der Natur; er ist der Allervollkommenste! Wie ich das Daseinmeines Geistes daraus erkenne, daß ich mich meiner selbst bewußtbin, und wirksam bin: so erkenne ich die Gottheit aus ihrenunläugbaren Wirkungen. So thöricht es mir Vorkommen würde,wenn Jemand den menschlichen Geist mit Farben oder mit körper-lichen Gestalten abbildcn wollte: so thöricht und noch thörichterist es, Aehnliches von dem allerhöchsten Geiste zu thun. Wiekann man das Unvergängliche durch etwas Gebrechliches, wiekann man das Unendliche durch etwas Endliches, wie kann mandas Unsichtbare durch etwas Sichtbares, den Geist durch Körperbezeichnen und vorstellen? Ist es nicht ein Wahnsinn, welchenselbst das Kind beim ersten Nachdenken verwerfen muß?

Hat der Mensch keine Möglichkeit, sich eine bildliche Vorstel-lung vom Geiste des andern zu machen: so ist die Unmöglichkeitnoch größer, wenn wir eine Vorstellung von Gottes Beschaffenheit