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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
471
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und ganzer Völker erkenne, oder wenn mich die unbeschreiblichendlose Liebe und Gnade des himmlischen Vaters mit tiefenFührungen erfüllt, dann bedenke, wie unwürdig, wie schwach,wie ganz nichts der sterbliche Mensch gegen die Majestät desEwigen ist: so ergreift es meinen Geist mit grauenvoller Furcht.Ich strebe vergebens, mir das allerhöchste Wesen in seiner ganzenunendlichen Hoheit zu denken. Ich schwindle vor den Tiefenseines Reichthums und seiner Erkenntniß.

Man sagt mir, Gott ist allmächtig im Himmel und aufErden wie soll ich mir das Eingreifen dieser Allmacht in dasgroße Wcltgcbäude denken, die va wirkt in den entlegenstenSonnen, wie in den, Hälmlein des kleinsten Mooses? Mansagt mir, Gott ist allwissend. Wie soll ich mir denken den allesdurchforschenden Blick, der da im gleichen Augenblick erkennt,was seit Ewigkeiten war, was überall im weiten Reich derUnendlichkeit geschieht, und was in Ewigkeit sein wird? Mansagt nur, Gott ist allgegenwärtig. Wie soll ich mir die Möglich-keit dieses Ucberallseins der Gottheit vorbilden? Ich fühle dieGrenzen meiner Kraft, die Schranken meiner Endlichkeit. Ichlasse ab von den fruchtlosen Bemühungen, nn'r eine Art Vor-stellung von der Beschaffenheit Gottes zu machen; es ist Allesin mir verworren, Alles dunkel und ungewiß. Es ist mir, wiedem, welcher die Sonne lange beschauen will, um sie durch dasblendende Strahlenwerk zu erspähen, und immer weniger sieht,und immer blinder wird. Und doch regt sich dann wieder dasBedürfnkß und die Begier meines Gcmüthes, vom Höchsten eine,wenn auch noch so schwache, Vorstellung zu bekommen. Täglichbete ich zu ihin, täglich ist er mein Gedanke, und doch weiß ichnicht, wie ich mir ihn vorbilden soll.

Diese Empfindungen haben gewiß auch andere Menschen,und sie sind sehr verzeihlich; sie liegen tief in der Denkart undin den Vorstellungsbedürfnissen der Sterblichen. Wenn manvon abwesenden Personen reden hört, die man noch nie gesehen,macht man sich unwillkürlich von ihnen eine Vorstellung ihresAeußern. Schon in uralten Zeiten fand man dieselbe Neigungbei den Völkern. Umsonst ward die Gottheit allgegenwärtig