Druckschrift 
1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
469
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Geschwätz und Flüstern, oder durch Lächeln und Winken undSchlafen.

Die Feierlichkeit öffentlicher Gottesverchrungen ist immerfür solche Personen am unentbehrlichsten, welche beim Mangelhöherer Bildung und eigener Kraft sinnliche Hilfsmittel ammeisten vonnöthen haben, wenn sie ihr Gcmüth zum Ueberirdischenerheben sollen. Daher ist Sorge dafür in großen Städten kaumso dringend, als in Dörfern, wo der Eindruck von außen oftnur allein entscheidet. Und doch ist es eben hier, wo Armuth derGemeinden, oder Geschmacklosigkeit der Vorsteher es an dem ammeisten fehlen läßt, was das Notwendigste ist.

Wir wissen, daß die Kunst des Schönen auf Entwilderungbarbarischer Völker, daß Veredlung des Geschmacks auf Ver-edlung der Sitten von jeher den unbezweifeltsten Einfluß äußerten.Warum sehen wir die Rohheit des Landvolkes, die ungeschliffenenSitten, die Armuth der Vorstellungen in vielen Gegenden mitso unmenschenfreundlicher Gleichgültigkeit an? Man spricht davon,als läge die Veredlung und Vermenschlichung solcher Halbwildengänzlich außer den: Pflichtkreise der Christen, oder außer derMacht der Obrigkeiten und reicher Privatpersonen. Und doch,wie viel ließe sich auch hier zur Erweiterung des Gottcsreichesund allgemeiner Glückseligkeit, wie zum Aufblühen und Erstarkender Staaten leisten!

Und habe ich nicht Vermögen genug, mit eigenem Aufwanddas Bessere zum Wohl der Menschheit zu bewirken, kann ichcs doch auf mancherlei andere Weise, durch persönliche Er-munterungen, durch Hinleitung der Aufmerksamkeit auf dasFehlende und Wünschenswerthe, durch Rath und Anweisung.Warum sollte ich wenigstens dies nicht thun, um auch hier ineiner hohen Pflicht meinem Jesu nachzuwandeln, der, was dieFeierlichkeit des öffentlichen Gottesdienstes störte, die Andacht derBetenden schwächte, mit schonungslosem Ernste strafte!

Wie lieblich sind mir Deine Wohnungen, Herr Zebaoth!Meine Seele verlangt und sehnt sich nach den Vorhöfen desHerrn! Ja, so schwach auch meine Kräfte sein mögen, willich doch in allerlei Wegen dahin streben, daß der Sinn zur