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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
467
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sind in der That Viele, und man hört oft sagen: Warum soll ichLn die Kirche gehen, um ein ordnungs- und geistloses Geschwätzanzuhören, welches man mir für Verkündigung göttlichen Wortesgibt? Mehr Belehrung, Erbauung und Aufrichtung gewinne ichLn häuslicher Stille, wenn ich mich mit dem Lesen von Schriftenfrommer und weiser Männer, oder mit eigenen Betrachtungenüber göttliche Dinge beschäftige. Warum soll ich in die Kirchegehen, wo die unruhigen Bewegungen der Menge, die elendenUmgebungen, der schlechte Gesang meine Andacht zerstreut, statterregt? Lieber unterhalte ich mich in der Einsamkeit mit meinemGott im Gebet, wo ich cs ungestört und herzlich kann, nichtnach hergebrachten Alltagsfonncln. Allein der öffentlicheGottesdienst, sobald er auf eine seiner Bestimmung angemesseneWeise begangen wird, hat so große und mannigfaltige Vorzügevor dem häuslichen, ist der^Solke, dem gemeinen Mann nichtnur, sondern auch dem Gebildeten und Gelehrten, zur stctcnNahrung religiösen Sinnes so unentbehrlich, daß darüber unterEinsichtvollen und Menschenkennern kaum ein Zweifel erhobenwerden kann.

Es ist die religiöse Unterhaltung ein so tiefes Bedürsnißdes Menschen, daß selbst die unverzeihlichste Nachlässigkeit derer,die für würdige Feier des Gottesdienstes die erste Sorge habensollen, cs noch nicht hat dahin bringen können, die Tempel ganzleer von Betern zu machen. Den größten Beweis von jenemBedürfnisse, wie davon, daß die Kirchen und ihre Diener an vielenOrten nicht sind, was sie sein sollen, gibt zum Theil in manchenGegenden die Begierde der Leute, andere Gotteeverehrungen zubesuchen, als zu denen sie gehören, und in welchen sie mehrErbauung u -d Belehrung finden, als in denen ihrer Gemeinde;oder die steigende Neigung der Bewohner mancher Gegenden,die Zahl der Scktirer von verschiedener Art zu mehren, beiwelchen sie, wenn auch nicht größere innere Frömmigkeit, dochmehr Reiz zur Andacht verspüren!

Dies Alles macht uns gewiß, daß, wiewohl äußerliche Zucht,Zcrcmoniel und würdige Umgebung nicht wesentlich zur christlichenGottcSverehrung gehören, doch solche Mittel zur Belebung und