sus den Höhen ; die Pforten >er Kirche schließen sich auf; dasVolk eilt zu den Altären. Auch wir wandeln dahin, vereint mitDer ganzen Gemeinde den Ewigen zu verehren, ohne immer nochLn der dazu erforderlichen Stimmung zu sein. Häusliche Ereig-nisse, unerwartete Nachrichten, Zerstreuungen aller Art habensich unsers Gemüths bemächtigt. Wir fühlen uns ohne Andacht.Da ist nochwendig, daß das Aeußere uns Ehrfurcht errege undbegeisternd einwirke, daß unsere Aufmerksamkeit leichter gesam-melt werde. Die Umgebungen, die Feierlichkeiten, welche unsereSinne rühren, sind nicht länger gleichgültige Dinge; sie sindBeförderungsmittel der Andacht und Gemüthserhebung.
Aus diesem wichtigen Grunde ist cs Pflicht, der Feierlichkeitbei öffentlichen Gottesverehrungen besondere Aufmerksamkeit zuwidmen. WaS ist GotteSverehrung ohne Inbrunst des Ee-muthes? Wollen wir den hohen Zweck, warum glauben wir,ine Mitrel dazu versäumen zu können?
Wir wollen nicht vergessen, daß wir Menschen sind, undLaß der Einfluß der Sinne auf den Geist nicht geringer ist,Äls der Einfluß des Geistes auf die Sinne. Das Falten derHände beim Gebet ist keine religiöse Pflicht, aber doch ein.Hilfsmittel, die Zerstreuung beim Gebet zu verhindern und anDas Heilige zu mahnen, was wir beginnen. Gott ist allgegen-wärtig, in den Tiefen, wie in den Höhen, und doch scheint sichgleichsam unser Geist selbst zu erheben und dem Thron der GottheitNäher zu treten, indem wir betend den Bück der Augen zum Himmelemporrichten. So viel vermögen äußere kleine Umstände auf uns;ss abhängig sind unsere Gefühle von an sich gleichgültig scheinendenNebendingen. Wollen wir daher öffentliche Gottesverehrungcn,ss sollen wir sie auch mit aller j-encr Winde und Feierlichkeitwollen, die geeignet sind, unser Herz zu bewegen, unsere Auf-merksamkeit zu sammeln, unsere Andacht zu beflügeln, selbst auchan solchen Tagen, in solchen Stunden, unter solchen Umständen,La wir keinen innern Beruf empfinden, uns mit den höchstenLnd heiligsten Gegenständen des Lebens zu beschäftigen. —Nicht zur Verherrlichung und Ehre Gottes haben wir erhabeneLder prachtvolle Tempel, oder Feierlichkeiten voller Majestät