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unharmonisches Durcheinandergeschrei; Gesänge, oft unverständ-lich , oft anstößig; dann eine Predigt, die ohne Vorbereitung,in verworrener Wortstellung, ohne Kraft, Ordnung und Wahlder Gedanken dahin gesprochen wird, nicht vom Herzen kommend,nicht zum Herzen dringend. Wer möchte da mit den KindernKorah singen: Wie lieblich sind deine Wohnungen,HerrZebaoth! MeineSecle verlanget und sehnetsich nach den Vorhöfen des Herrn; mein Leibund Seele freuen sich in dem lebendigen Gott.<Psalm 84, 2. 3.)
Die Religion Jesu Christi macht uns freilich nicht die Er-bauung prachtvoller Tempel, oder deren glänzende Verzierung^ zur Pflicht. Nirgends begehrte Christus, nirgends einer seinerJünger von den Bekennern seines Evangeliums Nachbildungeneines salomonischen Tempels, oder Fortsetzung besonderer Kirchen-feicrlichkeiten, wie doch im mosaischen Gottesdienst üblich gewesen.Der Messias lehrte den Vater des Weltalls im Tempel derNatur, wie im stillen Kämmerlein, verehren und anbeten.Er selbst gab uns dazu das Beispiel, wenn er dem Volk imfreien Felde oder am Meeresuser predigte, wenn er mit seinenJüngern das Mahl einnahm und betete, oder in der Nacht vonGethsemane seine Knie beugte. Gott ist ein Geist, wir sollen ihnÄnbeten und verehren im Geist und in der Wahrheit.
Doch anders ist es mit häuslicher Goltesverehrung, andersmit öffentlicher, zu bestimmten Tagen und Stunden. Zujener bedarf ich keiner andern Erwägung, als die in mir selbstLiegt. Mein Bedürfnis;, in frohen oder traurigen Gemüths-siimmungcn mich dem himmlischen Vater dankend oder bittend zuNahen, ,nacht alles Aeußere entbehrlich. Im engen Kämmerlein,oder auf den Höhen eines Gebirges, auf meinem nächtlichen Lager,
- oder in der anmuthigsten Landschaft, Alles ist gleich, wenn Weh-muth oder Freude, wenn das Lesen eines erbaulichen Buches oderein großes Schicksal zum Gebet ruft.
Die öffentliche Gottesverchrung hingegen steht ganz un-abhängig von unsern jedesmaligen Gefühlen und Bedürfnissen.
^ Der Feiertag kommt; die Stunde schlägt; die Glocken ertönen