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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
453
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wie wir nach kurzer Zeit wieder von ihm abfallen werden? Wirder unser Gebet, unser Schreien erhören, wenn er voraussieht,daß wir, sobald uns geholfen wäre, den alten Leichtsinn, diealte Gotlvergeffenheit wieder lieb gewinnen werden? O, Nie-mand irre sich, Gott läßt seiner nicht spotten !

Viele sind schwach genug, nur deswegen ein äußerlich fröm-meres Leben anzunehmen, weil das Unglück der Zeiten überhauptauf die religiöse Denkart der Menge wirkt, und man sich nichtauszcichnen will; oder sich nicht bei seinen Vorgesetzten oder beimVolk in den Verdacht setzen möchte, als habe man gar keineReligion. Denn man weiß, wie schädlich oft ein solcher VerdachtJemand in bedenklichen Umständen werden kann. Man wird alsoreligiös , »veil die Religion wieder zur Mode geworden. Mangeht also zur Kirche, zur Messe, zum Abendmahl und zur Beobach-tung anderer kirchlichen Ordnungen, weil Alles geht. Wie aber?Ist das Allerheiligste der Menschheit nichts mehr als ein Kleid,welches man hinwegwirft, wenn es außer Gebrauch kömmt?Ist das, was ewig gilt, gleichbedeutend mit einem Mährchen,das vergessen wird, wenn cs nicht mehr neu ist? Und dochgehen Tausende dahin zum Genuß der heiligen Sakramente, undglänzen in den Kirchen, weil sie wahrnehmen, daß es auch An-dere thun. Aber ihr Gottesdienst ist falscher Art und dem Herrnein Gräuel. Nicht dem Herrn des Himmels und der Erde dienensie, sondern dem Eigennutz und der Mode. Nicht Gottesfurchthaben sie, sondern eine feige Menschenfurcht, in deren Gefühlsie vor ihrer eigenen Verächtlichkeit crröthen müssen.

Bei weitem aber die größere Menge der Christen unsererZeit übt einen solchen Gottesdienst aus trauriger Unwissenheit.Db es gleich in keinem christlichen Lande an Kirchen und Schulenmangelt, fehlt es doch leider noch sehr allgemein an wahremchristlichem Unterricht der Jugend und der Erwachsenen. DieSchuld des religiösen Verderbens ist eben so oft die Schuld derLehrer, als der Hörer. Denn wie Viele sind unter den Christen,besonders der niedren Stände, welche wissen, w.orin einw ahrer Gottesdienst bestehe? Wie alltäglich ist es, daßsich die Leute unter Gottesdienst nicht viel Anderes denken, als