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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
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vergebens erfreuten. Ein Erdbeben vernichtet Dörfer undStädte und das Leben der besten und edelsten Menschen, wieder schlechtesten, mit gleicher Furchtbarkeit. Ein Krieg,eine Schlacht zerstört das blühendste Land, und das eiserneSchwert trieft vom Blute des Gerechten, wie des Sünders.Wacht Gott noch über uns: warum die Unbarmherzigkeit solcherSchicksale?

Man sagt, das Elend und Verderben könne und werde derNachkommenschaft zum Segen gedeihen. Und wenn dies ist:bleibt es darum nicht minder hart und schrecklich, daß das jetztlebende Geschlecht ohne Schonung aufgeopfert werden muß fürein Geschlecht, das noch nicht da ist? Wer von uns wird eserleben, und im Glück desselben Ersatz finden für das erduldeteLeiden? Warum muffen meine Wunden bluten, damit Anderefröhlich werden können? Warum muß ich Thränen des tiefstenSchmerzes vorgießen, damit Andere glücklich lächeln können?Und wenn man mir gleich zum Tröste sagen will: haben nichtauch deine Vorfahren viel für dich gelitten, auf daß du dabeigewönnest? o warum mußten sie denn so viel erdulden, damitich desto mehr flüchtige, frohe Stunden genösse?

Was sott ich sagen: Wohl weiß ich, was ich gelebt habe:aber was werde ich noch erleben müssen? Wird und kann michdenn meine Friedfertigkeit gegen die Ruhestörer, meine Gerechtigkeitgegen den Ungerechten, meine Arbeitsamkeit gegen Verarmungund Dürftigkeit schützen? Warum mich allein, da doch tausendAndere, die reicher, höher, tugendhafter als ich, nicht vombelohnenden Verhängnisse geschützt, sondern dem Kummer undVerderben zum Raube hingegcben wurden? Geht nicht dasSchicksal mit eherner Brust über die Welt hin, und zerstörtschuldiges und unschuldiges Leben, gleichgültig, wen es treffenmag? Wie rarhselhaft ist meine Vergangenheit, wie düstermeine Zukunft! Mir ist oft bange, daß ich noch verzagen möchte.Es gehört oft mehr als menschlicher Muth dazu, um in solchenZeiten, wie die unsrigen sind, mit Paulus sagen zu können:- Wirhaben allenthalben Trübsal, aber wir ängstigenuns nicht. Uns ist bange, aber wir verzagen nicht.