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Strafgericht abgehackten werden, sondern nur dadurch, daß wirselbst uns von den Sünden abwendcn, welche den Fluch aufunser Vaterland Herabrufen. Denn nicht Gottes Willkür straftund richtet, sondern die Verschlimmerung des sittlichen Zustandesder Volker bringt das Elend und den Untergang hervor. Dasist des ewigen Richters ewiges Gesetz über die Welt: DieSünde gebieret den Tod!
Nur das Umkehren von den Volksfeinden zu den Volks-tugenden kann erretten vom Trübsal. Denn die Sünde ist derLeute Verderben; ab er Gerechtigkeit erhöhet ein Volk.
Gerecht soll jedes Volk sein gegen das Ausland. Doch dies! ist nicht genug, obgleich damit schon die Achtung, Ehrfurcht,
! wenigstens Schonung fremder Völker gegen unser Vaterland
gewonnen wird. Es soll vor allen Dingen ein Volkgegensich selbst gerecht sein; und jedes Mitglied einer Nationi soll diese Gerechtigkeit üben.
I Sei gerecht gegen dein Volk, und verkenne den
Werth und die Würde desselben nicht. Denn nurDiejenigen können wir hochachten und lieben, deren VorzügeI vor Andern uns deutlich sind. Wer sich der Ehre und dermannigfaltigen Verdienste seines Vaterlandes bewußt ist, wird,da er selbst als Mitbürger und Mitbürgerin den Ruhm desselbengenießt, nicht leicht eine unedle oder niederträchtige Handlungbegehen, diesen Ruhm zu schmälern.
Es gibt aber viele Menschen, welche gleichsam blind fürdas Gute sind, was vor ihren Augen liegt, und nur die traurigeGeschicklichkeit besitzen, überall das Schlechte und Tadelnswerche
> hcrvorzuspüren. Mit ihrem ewigen Klagen über Gesetze, Ver-! ordnungen, Verfassungen und Obrigkeiten ertödten sie in sich! selbst und zum Theil auch in Andern die Liebe zum Vaterlande.
^ Und wo. die Vaterlandsliebe ausgeht, da kehrt Lann die niedrigste
> Selbstsucht ein.
Allerdings können in deinem Lande und Volk vielerlei Mängelstatt finden; denn was unter der Sonne ist vollkommen? —aber sei nur gerecht gegen das wahrhaft Gute, welches sichdarin vorfindet, und du wirst dich desto leichter mit einzelnen