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Zerwürfnisse aufgelöset, fiel es in Roms Gewalt, und die BurgSion und Jerusalem, die herrliche Stadt, wurden Asche. —Auch dies Volk bewies durch sein Beispiel die ewige Wahrheitder Weltgeschichte, Tapferkeit sei weit gewöhnlicher, als Weis-heit, und leichter, Unabhängigkeit und einen hochgeachtetenNamen zu erkämpfen, als lange zu behaupten. Wie gewaltigward es durch seine Waffen unter David, wie reich und blühenddurch geschäftigen Gcwerbfleiß unter Salomon! Aber aus demWohlstand erwuchs Ueppigkeit, Stolz und Eigensinn; darausZwietracht der Stämme. Sie trennten sich, befeindeten sich,und wurden selbst nicht scheu, Bürgerblutzu vergießen. Siezertraten die Gesetze und verspotteten die geschwornen Eide, hieltenmit den fremden Völkern lieber, als unter sich, zusammen, undvergaßen des ewigen Bundes. Da stand weissagend Jesaiasauf, der weise Prophet, und sprach : „Das Land ist entheiligtvon seinen Einwohnern, denn sie übergehen das Gesetz, undändern die Gebote, und lassen fahren den ewigen Bund! Darumtrifft der Fluch das Land, denn sie verschulden es, die darinwohnen. Darum verdorren die Einwohner des Landes, daßwenig Leute übrig bleiben." (Jes. 24, 5. 6.)
Des hohen Propheten Wort, den Juden ward es gesprochen,allen Völkern galt es. Es gilt noch unserm Jahrhundert ; esgilt noch unserm Volke! Noch haben sich die Stürme der Zeitennicht gelegt; nicht unsere Waffen, nicht unsere Klugheit undList können uns retten, wenn Frömmigkeit und feste Eintrachtfehlen; wenn nicht, um das Ganze zu behaupten, jeder Einzelneseine eigenen Absichten und Zwecke dem Bestehen des Ganzenaufopfcrt. Aber Jesaias redete vergeblich zum Wahnsinn derempörten Leidenschaften: seine Weisheit schien den erbittertenParteihelden Thorheit; Jeder dünkte sich klüger und verschmähtedie einfachen Grundsätze öffentlicher Glückseligkeit; achtete keineErfahrungen aller Zeiten — darum ging Juda unwiederbring-lich unter.
Was unter Gottes Segen errungen worden, kann alleindurch bürgerliche Eintracht und Frömmigkeit behauptet werden.Man schmeichelt sich vergebens, alle Gefahr sei bestttiat, und
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