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45.
Bürgerliche Eintracht.
Jes. ri, s. «.
Sie knieten hin vor falschen Göttern,
Die schnöde Selbstsucht ward ihr Gott,
Gehorsam nur dem Witz von Spöttern,
Und ihre Weisheit ward i»m Spott.
Es kam ein ernster, großer Tag,
Und ihre stolze Macht zerbrach!
Sie haderten um eigne Rechte,
Und Keiner war dem Andern treu;
Und rnncrliche Zwietracht schwächteUnd führte ste zur Sklaverei.
ES kam ein ernster, großer Tag,
Und Alle traf der Knechtschaft Schmach.
Gott unsrer Väter, tief im StaubeLag einst Dein Volk, in Ach entzweit,
Doch blieb'S nicht Babylon zum Raube,
Du winktest, und es ward befreit.
Jerusalem, umsonst belehrt,
Blieb noch enttweit, und ward zerstört.
Ä)enn ein Volk reif ist zum gänzlichen Unter-gänge, so zeigt es dies seinen Nachbarn an durchdie eigene innere Zwietracht, in der es durch sichselbst zerfällt. Dann verkündet es seine Würdigkeit zurSklaverei durch Parteiungen, vie ihre besonder» Zwecke derErhaltung des Ganzen vorziehen. Dann wollen einzelne Familienihr Haus über die Stadt erheben, und müßte es auf den Trüm-mern derselben sein; dann vergißt eine Stadt über ihren Nutzenvie Wohlfahrt des gesummten Landes. Dann ist jedes Dorfmehr um sich selbst, als um die Provinz bekümmert, und jederHausvater mehr um seinen Hof, als um die Aufrechthaltung derGemeinde. — Diese Zwietracht aus Stolz oder Eigennutz ist dieVerwesung und Auflösung der Staaten. Die Nachbarn sehen es,und bemächtigen sich mit leichter Mühe des wohlfeilen Raubes.
So ging einst das Volk Gottes unter, welches Moses ver-gebens aus Aegyptens Sklaverei geführt hatte; es sollte nun zurKnechtschaft von Babylon gehen. Es ward vergebens aus derGefangenschaft Babylons geführt; durch innere Nahrungen und