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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
419
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Lein neuer Umschwung zu befürchten; man könne sich der Freudeüberlassen, und ein Jeder fordern und durchsetzen, was ihmgefalle. Das Glück der Waffen ist wandelbar. Ein einziger Tag,rin geringes Versehen, ein unerwarteter Umstand, kann plötzlichAlles umgestalten. Wehe dem, der sich allzufrüher Sicherheitüberließ, und zu dem alten Eigendünkel zurückkehrte, durchwelchen schon so viel verloren worden. Was Eintracht mübsam-gebaut, reißt der Fluch der Zwietracht nieder; was Gemeinsinnerwarb, verzehrt Selbstsucht.

Die Gefahr eines Volkes dauert so lange, als die Machtdes andern, welches ihm schaden kann. Die Macht des andernaber steigt, wenn die Kraft derer sinkt, welche ihm widerstehenwollen. Zwietracht aber ist die Vernichtung aller Kraft. ESist noch selten ein Volk dadurch in Gefahr und Unterganggekommen, daß es von einer überlegenen Heerschaar angegriffenwurde; denn auch kleine Völker haben oft schon über größereDen Sieg davon getragen, wenn lebendiger Wille Alles bewegte:aber durch bürgerliche Entzweiungen, durch Treuloswerden ansich selbst, sind die mächtigsten Staaten versunken. Die Gefahrwährt so lange, als Eigennutz da ist, welcher das Land ver-rathen kann.

Wem theuer und werth ist, Glied eines Volkes zu sein, dasder Achtung fremder Völker würdig ist; wem theuer und werthist, ein Vaterland zu haben, welches in Unabhängigkeit dasteht,und sein Leben von keinem andern entlehnen muß; wem theuerund werth ist, das ruhmwürdig zu behaupten, was ruhmwurdrgdie Väter gegiftet und durch blutige Kämpfe erworben haben;wem häusliche Glückseligkeit theuer und werth ist, die ohneWohlsein des ganzen Volkes nicht möglich ist: der muß mitseiner ganzen Kraft zum Bestehen bürgerlicher Ein-tracht und unerschütterlichen Gemeinsinns hin-wirken. Jeder soll cs, denn aus einzelnen Menschenbestehen Familien, Gemeinden und Völker. Jeder soll es§denn die Weisheit aller Einzelnen ist die Weisheit des Volkes.

Darum soll sich und seine Kräfte Keiner zu gering achten,und sprechen : Was vermag ich, wenn Andere anders denken?