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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
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401
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43.

Das leidende Vaterland.

Jeremias 29, 7 .

Ä)enn das Land, welches mir von der göttlichen Vorsehung zurHeimath gegeben worden ist, durch Theurung, Verdienstlosigkeit,verheerende Krankheiten, oder durch die schrecklichste aller öffent-lichen Plagen leidet, durch Krieg: so ist nothwendig das Leidendes Vaterlandes auch mein Leiden. Denn ich bin ein Glieddes großen Körpers, welcher Staat heißt. Die Krankheit desganzen Körpers wird zum Schmerz auch des kleinsten Gliedes.

Und gleich wie kein einzelner Mensch sich immerdar der gutenTage zu freuen hat, eben so wenig hat auch ein ganzes Volkununterbrochen Zeiten des Friedens, Glücks und Wohlstandes.Schweigen die Stürme und Verheerungen der Natur, so schaffendie Stürme und Verheerungen menschlicher Leidenschaften dieNoch. Ks kann sich wohl selten ein Volk eines Friedens freuen,der auch stur ein hundertjähriges Alter erreichte.

Wie furchtbar aber auch das Elend ist, welches der Kriegmit sich führt: soll der Jünger, soll die Jüngerin Jesu beimAnblick desselben verzweifeln? Nimmermehr! Was ist dennSeelengröße, wenn sie nicht in den Stunden der Noch herrlicherscheint? Was ist denn Christenthum, wenn es uns nicht überdie Stürme des Lebens erheben kann? Was ist denn mein Glaubean Gott, wenn er nicht selbst unter den Trümmern der Weltdie weise herrschende Hand der Vorsehung anbeten kann?

Ja, auch die Drangsale des Krieges waren in den ewigenPlan der göttlichen Weltregierung eingerechnet. Nicht Menschen-macht Gottesmacht ordnete diese Stürme an, und die Helden,welche Triumphe feiern, die Kriegsheere, welche sich mit blutigenLorbeern schmücken, sind nur Werkzeuge in der dunkeln Handdes Verhängnisses.

Auch das allgemeine Zerstören unsers irdischen Wohlstandes,unserer besten Freuden, ist Wohlthat. Die Vorsehung streuet