des einzelnen Säuglings an der Mutterbrust! Gegen Gott,den Weltregierer, treffen also zuletzt alle deine Klagen über denDruck der Zeiten zusammen. Sterblicher, magst du gegen dieWeisheit des Allvaters deine Stimme erheben? Magst du gegenihn murren, weil dein Hab und Gut nicht anwächst; weil dunicht so wohlhabend bist, als du sein möchtest; weil du dich nichtso bekleiden, oder weil du deinen Gaumen nicht mit solchenSpeisen und Getränken reizen kannst, als dir und deiner Lüstern-heit gefallen? Ist es Weisheit, gegen das Unvermeidliche, welchesdurch Gottes Anordnung geschieht und geschehen muß, zu murren,oder ist es Christenweisheit, dem Spruch des göttlichen Wortesschweigend zu folgen: Schicket euch in die Zeit?
In guten wie in bösen Zeiten ist eine gute und starke Regie-rung vonnöthen, welche die allgemeine Ordnung und SicherheitDes Landes aufrecht erhält. Denke dir dein Land ohne Regierungund Gesetz, oder mit einer Obrigkeit, die so wenig Macht hat,als du selbst: was würde dein Loos sein? Der Feind würdeungestraft Meister über dich: wer wollte seiner Rachsucht Dammund Grenzen setzen? Der Stärkere würde sich deines Habcsund Gutes bemächtigen: welchen Widerstand könntest du gegenUebermacht und Hinterlist leisten? Benachbarte Völker würdenohne Achtung und Furcht mit bewaffneter Hand eindringcn,nehmen, was ihnen gefiele, Alles unterjochen und dienstbarmachen: wer wollte es ihnen wehren? Ist in gewöhnlichenZeiten aber eine kraftvolle Regierung unentbehrlich, um wieviel mehr in schlimmern Zeiten, wo die Armuth größer, dieRaubsucht gereizter ist? — wo die Nothwendigkeit dringenderist, theils durch Freundschaft und Verträge mit fremden Völker^,Iheils durch neue Ordnungen und Stiftungen im Innern desLandes dem zerrütteten Wohlstand so bald als möglich wiederaufzuhelfen?
Eine jede Regierung aber erhält ihre Kraft erst durch dentreuen Willen guter Bürger, in Befolgung der bestehenden Gesetzeund Entrichtung der nothwendigen Abgaben. Diese mögen-inbedrängten Zeiten schwer fallen, aber sie sind darum nicht minderzur allgemeinen Rettung nothwcndig. In den bösesten l-.mstänyen