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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
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setzen. Wir werden sie unter uns wohnen sehen; werden mitihnen Geschäfte aller Art anknüpfcn, werden mit ihnen in öffent-lichen , vielleicht sogar in Familienangelegenheiten Zusammen-treffen. Darum ist es nicht gleichgültig, mir die Frage recht deut-lich zu machen, und mit ächtchristlichem Sinn zu beantworten:Wie soll ich mein Betragen gegen die Anhängereiner fremden Glaubenspartei einrichten?

Eine ernste Betrachtung dieses Gegenstandes ist unsere Pflicht,und der außerordentlichen Schicksale dieser Zeiten würdig; siekann sogar spät oder früh von wichtigem Einflüsse auf die Ruheund Zufriedenheit unsers häuslichen Lebens werden.

Behandle jeden Menschen, ohne Rücksicht aufseinen Glauben, ohne Ansehung seiner Meinungen,mit christlicher Duldung und Liebe, sobald er Gottfürchtet und recht thut.

Dies ist des Christen Hauptregel im Umgang mit fremdenReligionsgenossen. So ahmt er Gott nach, dem allwissenden,Alles mit Hulo umfassenden und ernährenden und beglückendenVater der Welt. So ahmt er Jesu göttlichein Beispiel nach,welcher mit heidnischen Römern und Griechen, mit abtrünnigenSamaritern wie mit Juden Umgang hielt, ohne Ansehen derPerson und des Volkes Alle liebte, Allen wohlthat, Allen Bei-stand leistete und Alle zur Wahrheit führte.

Nicht allein auf den Glauben, nicht auf das, was derMensch in seiner Religion meint, sollen lvir sehen, sondern aufdas, was er thut; der bloße Lehrbegriff ist ein todter Leichnam,aber die That, der edle, heilige Wille ist ein Geist, welcherihn beseelen muß. Und wenn es. ausgemacht wäre, o Sterb-licher, daß dein Glaube, deine Meinung, deine Religiondie alleinwahre von allen Religionen der Weltwäre; daß Alle in der Nacht des Jrrthums wandelten, und nurdu in vollem Lichte einhergingest: aber du hättest nicht ein Herzvoll inniger Liebe zu deinen Mitmenschen, du könntest deinenBruder hassen, du könntest einen Andern darum meiden undverachten, weil er nicht deines Glaubens wäre, o Sterblicher!so wäre dir deine Religion unnütz, so wäre ihre Wahrheit ein