Druckschrift 
1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
383
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Herz der Fürsten verändert, daß sie in eben den Ländern nundie Duldung derjenigen Religionsparteien gestatten, sogar zuinGesetz machen, wo dieselben ehemals mit den grausamsten Miß-handlungen verfolgt worden sind. Da, wo vor einigen Jahr-hunderten der Religionskrieg die Altäre der Heiligen zerstörte,das aufgepflanzte Kreuz von geweihten Stätten Herabriß, und diefrommen Bekenner der katholischen Kirche mit Unbarmherzigkeitaus ihren Tempeln verstieß, darf heute der katholische Christwieder den Grundstein zu neuen Altären und Tempeln legen, und

furchtlos die heiligen Gebräuche seines Gottesdienstes üben.-

Ja, wo noch vor einigen Jahrhunderten die Familien derlutherischen und reformirten Kirche als Geächtete flohen, oderdurch das Schwert des Henkers fielen, wo ihnen Würden undAemter, das Erbe ihrer Väter, Eigenthum und Obdach geraubtwurden, . können sie heute, ohne Bangigkeit vor Dolch undMordfackel, den Blick zum Himmel erheben, und öffentlich ineigenen Tempeln ihre Lobgesänge und Psalmen anftimmen.Selbst des mosaischen Gesetzes treue Verehrer, die durch denVerfolgungssinn aller christlichen Parteien tief herabgewürdigtenJuden, treten heute in die Rechte der Menschheit und derbürgerlichen Gesellschaft zurück. Ihres Glaubens willen werden -sie nicht mehr vom nützlichen Gebrauch der ihnen von Gottverliehenen Talente, nicht mehr von freier Uebung ehrenvollerGewerbe und rühmlichen Aemtern ausgeschlossen. Die Fürstenhören endlich auf, ihren irdischen Zepter in das unsichtbare Reichdes Glaubens ausstrecken und in die Rechte der Gottheiteingreifen zu wollen, welche allein über die Gewissen richtet.Und wie Gott liebt in allerlei Volk, wer ihn fürchtet und rechtthut, und nicht ansiehet die Person, so beseelet der Geist derDuldung und Liebe auch die Fürsten der Erde, daß sie jeden ihrerUnterrhanen, welches Glaubens er auch sei, ehren und schützen,wenn er in seiner Religion nur Gott fürchtet und recht thut.

Die große Umänderung in den Gesinnungen der Obrigkeitenund Regenten eine Umänderung, in welcher ich mit DemuthGottes Werke anbete! wird uns nun und unsere Nachkommenweit nichr mit den Bekennern anderer Religionen in Verbindung