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durch Gottes Gnade über alle Verfolgungen triumphirte, dieJuden, diese treuen Bekenner des Gesetzes Mosis, von sichstießen, um ihrer Religion willen zu Tausenden ums Lebenbrachten! — Oder wenn Christen selbst einander wegenVerschiedenheit ihrer Meinungen haßten, und die blutigsten,die unbarmherzigsten Kriege gegen einander führten! WennKatholiken gegen Lutheraner und Reformiere, oder Reformiereund Lutheraner gegen Katholiken den mörderischen Dolch zuckten,einander ihre Kinder erwürgten?
O Du Gott der ewigen Barmherzigkeit, o Du Vater allerMenschen, Vater voll unendlicher Liebe, und das geschah, wiedie Verirrten in ihrem Wahnsinn sprachen, zu Deiner Ehre,zu Deines Namens Verherrlichung! Sie schleppten mitschauerlichem Frohlocken die fremden Religionsgenossen zumhochlodernden Scheiterhaufen, und dann wagten sie es, ihrvon Wuth und Schadenfreude lachendes Auge zu Dir, Heiligster,emporzurichten! — Sie stießen einander das Schwert in dieBrust, und dann wagten sie es, ihre Hände, die vom Blute derUnschuld trieften, im Gebete zu Dir emporzuheben! — Sieschleuderten um der Religion willen die Mordfackel in Dörferund Städte, und dann, wenn die Flammen über tausend einstglückselige Wohnungen zusammenschlugen, wenn das Geschrei derGreise unter zusammenstürzenden Trümmern, wenn das Wim-mern der Säuglinge in den brennenden Wiegen mit dem Geheulder verzweifelnden Mutter hervordrang und an die Wolkenschlug, dann sangen die christlichen Mordbrenncrheere ein: „HerrGott dich loben wir!" mit gräßlicher Gemüthsruhe dazwischen.
Nein, nein, solche Verfolgungen, solche Gräuel, solcheMenschenopfer waren dem Himmel nicht angenehm. Ein irdischerVater, eine Mutter würden Wehe rufen über ihre Kinder, wennsie Zeugen davon sein sollten, wie sich dieselben des Glaubenswillen erwürgten. Und könnte der himmlische Vater, die ewigeLiebe, daran ein Wohlgefallen haben?
Doch diese Zeiten sind, danken wir Gott, vorüber! Dennochist aber das schädliche Vorurtheil gegen fremde Religionsgenossennicht gänzlich verschwunden. Es klebt noch Vielen an. Sie