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Der fremde Religionsgenosse.
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Bereit, Dich dem zu offenbaren,
Den Sehnsucht drängt, sich Dir zu nah'n,
Nimmst Du von allen VölkerschaarenGebete, Lieder, Opfer an.
Obn' einen Strahl von Deinem LichtIst keines Menschen Angesicht.
Awar leben wir nicht mehr in jenen finstern und schrecklichen -Tagen, da sich noch die Menschen von verschiedener Religionum dieser Religion willen verfolgten; da man ihres Glaubenswillen unschuldige Greise und Männer, Weiber und Töchterzu den Flammen des Scheiterhaufens schleppte; da man ihresGlaubens willen Brüder gegen Brüder, Kinder gegen Aeltcrn,Unterthanen gegen ihre Obrigkeiten den verruchten Mordstahlzucken sah; da man ihres Glaubens willen ganze friedlicheVölkerschaften aus ihren brennenden Städten und Dörfernvertrieb und ausrottetc, oder mit lechzendem Blutdurst Tausendein ihren Betten erwürgte. Zwar leben wir nicht mehr in demtraurigen , verwilderten Zeitalter, da man im Namen der heilig-sten Religion Wahrheit, Menschlichkeit und Tugend mit Füßentrat; da man um des Himmels willen die Werke der Hölle übte;da man, um die Altäre des allbarmhcrzigen Gottes zu heiligen,sie mit dem Blute ermordeter Menschen, mit dem Blute derKinder und Geschöpfe Gottes befleckte. — Aber noch immerherrscht in vielen Menschen ein gewisses, oft schon in den Kinder-jahren eingesogenes, Vorurtheil, ein gewisser geheimer Wider-wille, wo nicht Haß gegen diejenigen, welche einer andernReligion zugehören. — Noch immer gibt es viel Verblendete,welche auch den besten, den tugendhaftesten Menschen nichtlieben können, sobald er in einem andern Glauben auferzogenist. Sie sehen ihn höchstens mit Augen des Mitleids, wo nichtgar mit Augen der Verachtung an.
Aber warum dieses Mitleid, warum diese Verachtung gegenden fremden Religionsgenossen? Sind diese mannigfaltigen