einfalt, kein Chn'stenthum, sondern Sklavenchum des Geistes,Sinnenlust, Verderbm'ß der Sitten. Dies ist das Volk, Hurchwelches ein Staat untergehen kann.
Entwöhne deinen Leib von allen entbehrlichen Bedürfnissen,und setze deinen Stolz darin, dir mit dem Einfachsten und Noch-wendigsten genügen zu lassen. Unvcrzärtelt, abgehärtet, un-abhängig, kräftig, bewahrest du mit der Gesundheit des un-geschwächten Leibes ein freies, kräftiges Gemüth, zu jedergroßen Handlung bereit.
Zeige deinen Reichthum oder auch deine Wohl-habenheit nicht in dem, was du genießest, sondernin dem, was du für Andere thust.
Das ist das Kennzeichen tiefen Sittenverderbenö, daß Jederseinen Wohlstand oder Reichthum vor andern Menschen glänzenlassen will, indem er sich prächtiger schmückt, sein Hauswesenkostbarer einrichtet, seinen Tisch mit theurern Speisen und Ge-tränken besetzt, als ein Anderer. Solchen Menschen — ach,Christen, Jesu Nachahmer nennen sie sich — ist es kaum denk-bar, daß man sein Vermögen noch schöner anwenden könne.Was haben wir davon (sprechen sie in ihrer thierischen Selbst-sucht), wenn wir es nicht genießen? Thöricht wäre es, wenn wirselbst darben und, was wir vermögen, Andern zukommen lassenwollten; man hätte ja nur keinen Dank davon!
Elende Sterbliche, also nur des Dankes willen wollet ihrGutes thun? So wollet ihr denn cuern Lohn dahin haben? —Nun, ihr habet ihn dahin! Wer nicht Christ genug ist, selbstdenr lkndankbaren wohlzuthun, selbst zum Besten seines FeindesOpfer zu bringen, der nenne sich nicht Gottes Kind, nicht JesuFreund! — Gehet hin, pranget mit euerm Gewerbe oder Erb-theil; verzärtelt euern Leib; versaget euern Gelüsten wenig;verführet Andere durch euer Beispiel: ihr habet euern Lohndahin!
Der Christ, dem Sitteneinfalt lieb ist, gewährt edeln Ge-mächern einen rührenden Anblick. Gewöhnt, einfach zu leben,versagt er sich selbst, was keine Nothwendigkeit ist. In seinenKleidungen herrscht schöne Anständigkeit ohne Aufwand; in seinem