durch Sittenvcrderbniß, Gleichgültigkeit gegen Gesetz und Vater-land, durch Selbstsucht und innere Uneinigkeit große Völker ver-nichtet, mächtige von Fremdlingen unterjocht, und durch dieThaten der Voraltern berühmte in Schmach und Elend gestürztwurden.
Und was vor Jahrtausenden an den Völkern geschah, dasgeschieht noch am heutigen Tage; denn noch hat das Gesetz gött-licher Weltordnung zu herrschen nicht aufgehört!
Nur Eins bleibt in schweren Zeiten: Vertrauen auf Gott,und starker Muth, des Vaterlandes Ehre, des VaterlandesWohlstand wieder aufzurichtcn, indem jeder Einzelne in seinerArt nach allen Kräften dazu beiträgt. Und wer es kann, dersoll es, denn er ist ein Christ. Und wer es will, dem wirdGottes Beistand nahe sein.
Und was kann ich in meinem häuslichen Kreise, in meinenbeschränkten bürgerlichen Verhältnissen für Vaterland und Mensch-heit thun?— Du kannst das Wichtigste, du kannst Allesleisten. Werde deinem Hause, werde deiner Stadt, deinemDorfe, deinem Lande das rührende Beispiel des Muthes, derTreue, der Liebe fürs Vaterland, der Entsagung, der strengenSittcneinfalt! Dein Beispiel wird die Begeisterung Andererentzünden. Alle Edeln werden dir gleich thun. Man wird dieWahrheit des göttlichen Wortes lebendig erkennen: Gerechtig-keit erhöhet ein Volk, aber die Sünde ist der LeuteVerderben. (Spr. Sal. 14, 34.)
Laß es nicht bloß dabei bewenden, Sitteneinfalt zu rühmen undanzupreisen. O wie viele sind dieser Prediger, die eifrig das Edleloben, aber selbst nicht ausüben mögen! Wie viele sind, welche denAufwand der Großen tadeln, aber sich selbst einer andern ArtWeichlichkeit ergeben, die wohlfeiler ist! Wie viele sind, welche dieFeigheit dieser oder jener Krieger tadeln, aber selbst keinen Muthhaben, für das Glück des Vaterlandes auch nur das geringsteOpfer zu bringen! Wie viele sind, welche den Leichtsinn, dieWollust, die Verzärtelung der Menschen schelten, aber selbst einenguten Tag durchleben mögen, wie sie es nennen! — Geh hin,nicht um Sitteneinfalt zu predigen, sondern sic zu üben.