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sind, da fordert der Leib noch nicht größere Sorge und Pflege,als der Geist; da hält sich noch jeder Einwohner des Landesfür sein Vaterland geboren; da schätzt der Bürger sein Eigen-thum noch nicht höher, als das Glück des Vaterlandes; da hälter die Gesetze noch werther, als seinen Vortheil; da findet er esnoch billig und recht, daß jeder Einzelne sich freudig für dasBeste Aller zum Opfer bringe; — da ist folglich der Staatnoch ein festes Ganzes, das Volk noch ein treuverbundenesBrüdergeschlecht. — Wo aber Sittcncinfalt verschwunden ist,wo Armuth wie. ein Verbrechen verachtet wird, wo Jeder nurdie ganze Zeit und Kraft des Lebens anwenden muß, um immergenug zu haben, den nöthigen Aufwand zu bestreiten: da ver-liert sich zuletzt aller Sinn für das Edlere; er wird durchNahrungs - und Gewinnsorgen niedergedrückt. Da arbeitet undringt Jeder nur für sich. Da wird Eigennutz nothwendigerachtet. Da will die Selbstsucht jedes Einzelnen von keinenOpfern zum Besten Anderer hören. Da wird gleichsam jedesHa-us zum befondern Staat im Staate. Da gehorcht man denGesetzen nur aus Zwang, nicht mit froher Ueberzeugung. Dagilt Ausgelassenheit für Freiheit, Unterdrückung des Schwächer»für Hoheit. Da beneiden und befeinden sich die verschiedenenStände um kleinlicher Vorzüge willen — genug, alle Uebcl desEigennutzes und der Selbstsucht wüthen durch den kranken-Körper des Staates, verzehren seine Kraft, lösen seine Ver-bindungen auf und beschleunigen seinen Fall. Feigheit und Ver-rätherei bieten am Tage der Gefahr die Hand zum Untergangeeines Landes, das Keiner mehr als Vaterland zu lieben gewohntist. Denn Jeder liebet nur sein eigenes Haus, sein Vermögen,sein Leben. Zufrieden, wenn ein Jeglicher nur das Semigeretten und erhalten kann, ist Jeder unbesorgt für die Rettungdes Ganzen, für die Rettung der Freiheit und Ehre des Volksund der Vorwelt.
Die Schicksale aller Völker sind sich zu allen Zeiten daringleich gewesen, daß durch strenge Sitten, Vaterlandsliebe undEintracht kleine Völker groß, die schwachen mächtig, die un-bekannten berühmt und herrlich auf Erden wurden; daß hingegen