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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
366
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Lehre, die sie ertheilt; und ihre Lehre ist nur ein Hinweisen aufdie Gesetze der ewigen Weltordnung Gottes.

Wie aber Einfalt der Sitten, das heißt, bescheidener, gerechterSinn und Mäßigkeit, solche Wunder wirken könne, ist kaumeiner Erklärung werth. Denn der Mann, oder das Volk,welches bei der Einfachheit seiner Lebensweise unabhängig vontausend künstlichen Bedürfnissen und sinnlichen Genüssen ist,besteht in wahrer Freiheit; hängt von keines Fremden Gunstund Beifall ab; ist sich selbst genug; wird von den Schwächer»und durch Sinnlichkeit Verweichlichten, wenn auch nicht beneidet,doch gefürchtet oder bewundert.

Hingegen wo der größte Theil des Volkes durch Ueppigkeit,Verwöhnung in allerlei erkünsteltem Lebensgenuß weichlich ge-worden ; wo schon der bloße Name des Krieges ein Schrecken,und die Entbehrung der sonst zum Lebensunterhalt entbehrlichstenDinge eine öffentliche Noch erregt: da ist das ganze Volk nochfrüher geschlagen, als das Heer; da wird die Freiheit der Enkelum einen Gaumenkitzel, um feinern Kleiderstoff, um JudasSilberlinge gleichgültig hingegeben.

In der Sitteneinfalt herrscht bescheidener Sinn. So wenigder Christ seinen höchsten Ruhm in bloßen Spielen des Zufalls,im schwelgerischen Gastmahl, im glänzender» Wohnhause, imkostbaren Gewände findet, sondern im Adel des Geistes, inSeelcngröße: so auch ein acht - christliches Volk. Nur aus demSchlamin der Ueppigkeit, Völlcrei und Prunklicbe steigt dieweibische Eitelkeit, die falsche Ehrfurcht, die prahlende Ruhm-redigkeit. Nur Völker von verderbten Sitten, ohne Gefühl fürWahrheit und Recht, beleidigen durch Uebermuth, mißhandelnstolz den Schwächer«, und prangen, statt mit eigenen Tugenden,mit dem Namen ihrer Väter. Aber es ist kein Laster, welchesnicht endlich den Rächer findet, und kein Uebermuth, welchernicht endlich in Schaden aufgelöfet wird.

Einfalt der Sitten ist Gerechtigkeit des Sinnes, das heißt: wonoch die Sitten unverdorben sind, da herrscht gesundes Urtheil,unverkünstclter Geschmack, richtige Ansicht dessen, was sein müsse,damit das Vaterland wohl bestehe. Wo die Sitten unverdorben