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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
348
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Dingen Kraft haben, nützlich werden zu können.Er muss, um Andern dienen und helfen zu können, verstehen, wieer am zweckmäßigsten seinen Beistand anwenden kann. Er mußnicht bloß Hilfe von Andern erwarten, wenn er Andern helfensoll. Er muß seinen Geist, seine Kenntnisse ausbilden; er mußgewisse Geschicklichkeiten erworben haben; er muß darnach trach-ten, sein Vermögen durch alle rechtlichen Mittel zu vergrößern.Je mehr Kcnntniß oder Geschicklichkeit, oder Eigenthum einMensch besitzt, je mehr Mittel hat er, nützlich werden zu können.

Folglich ist, wenn cs heißt: Sei gemeinnützig! damit nichtgesagt: Vergiß nun ganz dich selbst, vernachlässige alle deineAngelegenheiten, sorge nur beständig für Andere; sondern esliegt schon in der Aufforderung zur Gemeinnützigkeit ein ernsterZuruf an dich: Erwirb dir Mittel, um deiner Familie, deinemWohnort, deinem Vaterlande den größten Nutzen stiften zu kön-nen. Ohne solche Mittel fällst du Andern zur Last. Glaubenicht, du könnest unwissend oder arm sein, und doch Andernnützlich dadurch, daß du für das Heil ihrer Seelen betest.Traurige Gemeinnützigkeit, die sich auf deine eigene Trägheit'gründet! Auch Jesus, auch seine Apostel beteten für uns, aber sicließen cs nicht dabei bewenden; sie arbeiteten, sie heilten Kranke,sie zogen unter vielen Mühseligkeilen durch die Welt lind lehrten.Sie empfingen ihre Nahrung nicht unverdient in Sorglosigkeitund ruhiger Betrachtung. Wenn wir uns aber Mittel erworbenhaben, Andern nützlich werden zn können : dann sollen wir- die-selben für Andere anwcnden, und so viel wir für uns selbstentbehren können, für das gemeine Beste aufopfern.

Denn derjenige verdient keineswegs den Ruhmder Gemeinnützigkeit, welcher das, was er zum Be-sten der Stadt oder des Landes thut, aus eigenemNutzen oder für Bezahlung verrichtet, sondern der-jenige, welcher das gemeine Beste befördert, ohneLohn dafür zu begehren.

Auch der Handwerker, der Kaufmann, der Gelehrte, derStaatsdiener, der Geistliche arbeiten nicht bloß für sich, sondern für