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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
342
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deren Anordnungen, so wie durch ungehcuchelte Achtung allerStände auszeichnen. Ein Volk, welches, mag bei ihm noch soviel Wissenschaft und Kunst blühen, die ersten heiligen Pflichtengegen Obrigkeiten und Stände versäumt, gleicht einen: ungerathenenSohn, der, ungeachtet seiner erworbenen Kenntnisse, mit strengenMitteln zur Pflicht angehalten werden muß.

Wie in einer Familie mit der Zeit die jungem Kinder ihrenmehrjährigen Schwestern und Brüdern nachwachsen, daß endlichauf Verschiedenheit des Alters kaum inehr Rücksicht genommenwird: so geschieht auch in einem Staate, wo die ehemals geringgeachteten, nieder» Stände an Einsicht und Wohlstand den Häherngleich oder nahe gekommen sind. Hier verschwindet unvermerktder vormals durch die Natur der Dinge eingeführt gewesene scharfeUnterschied der Volkstheile, des Rangs und Herkommens. Wasvor Zeiten unausbleiblich nothwcndig und darum nützlich undehrwürdig gewesen, wird dann entbehrlicher; eine scharfe Ab-sonderung fortan oft nachtheilig, in einzelnen Theilen aber, odergar in Kleinigkeiten angebracht, lächerlich und zum Unwillenreizend. Jedes Volk und der bei ihm herrschende Unterschied derStände muß also nach Maßgabe des dort herrschenden Gradesöffentlicher Bildung beurtheilt werden. Wir dürfen eben so wenigein Volk wegen der bei ihm herrschenden Rangordnungen lobenoder tadeln, oder bei Allen das Gleiche verlangen, was wir beiuns finden, als wir fordern können, daß in allen Familien dasgleiche Verhältniß zwischen Geschwistern oder zwischen Aelternund Kindern statt finde.

So wie wir in unserer Familie allgemach Eins um das An-dere erwachsen und reifer werden; wie wir nun jüngere Brüderund Schwestern erziehen helfen müssen, nachdem uns vorherMehrjährige erziehen halfen; so wie wir endlich selbst ein eigenesHauswesen beginnen, und Häupter einer Familie werden: ebenso rücken wir mit den Jahren auch in den bürgerlichen Verhält-nissen des Staates vor. Mancher von uns wird selbst ein Be-fehlender, Lehrer, Anführer; schwingt sich aus der Dürftigkeitzu einem gewissen Wohlstand empor. Da ist es der Augenblick,vollkommen dasjenige zu werden, was wir selbst vorher gewünscht