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1 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
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welche oft als Heilmittel des Eigensinns bei den ungezogenenKleinen angewendet werden mußte, ist nicht mehr zur Zeit desreifern Jünglings dienlich. Ihm werden mehr Freiheiten gestattet,als zu jener Zeit, da er noch allzujung und erfahrungslos war.

Wenn Aeltern fortfahren wollten, ihre mannbar gewordenenSöhne und Töchter auf gleiche Weise zu belohnen oder zu züchtigen,wie ehemals in deren unmündigem Alter: sie würden sich selbstverächtlich machen und den Unwillen der Ihrigen erregen, oderdiese an Geist und Herz verkrüppeln, und zu beständig untaug-lichen Geschöpfen verkehren. Eben so wäre es, wenn die Vorstehereines Volkes dasselbe, in unwürdiger Sklaverei niedergedruckt,beständig wie Barbaren oder Leibeigene behandeln, die Freiheitdes Denkens ertödten, die Freiheit des Gewissens beschränken, dieöffentlichen Stellen nur nach Geburt und Herkommen? nicht nachVerdienst und Würdigkeit, vertheilen, und die für ganz andereZeiten passend gewesenen Ordnungen und Einrichtungen nichtveredeln wollten, wie es den Begriffen und Bedürfnissen einesHellern Zeitalters, eines gesitteter» Volks angemessen ist. DieUnweisheit der Landesherren (der Aeltern), der Stolz und Eigen-nutz der höher» Stände (der früher erwachsenen Geschwister in derFamilie), hat eben durch solche Vergehungen schon die traurigstenWirkungen in den Völkern, endlich Empörung und Zertrüm-merung der Staaten veranlaßt. Denn keinerlei Sünde, vonwelcher Art sie sei, und von wem sie auch begangen werde, bleibtohne ihre Strafe. Das ist Naturgesetz, das Gottes Wille.

Erwachsene Söhne und Töchter in der Familie, selbst wennsie ihren Aeltern schon mit Rath und That Hilfe leisten können,erhalten jedoch durch ihr mündiges Alter kein Recht, ihnen dieschuldigen Pflichten der Ehrerbietung und des Gehorsams zu ver-sagen. Vielmehr müssen dann die Gefühle der Hochachtung, Liebeund Dankbarkeit mit den Jahren wachsen und mit der Erkenntnißdessen, was Aeltern sind, und wie viel Verbindlichkeiten manihnen zu entrichten hat. Eben so sollen sich Völker, je mehrAnsprüche sie auf Vorzüge vor andern Nationen in Absicht ihrerBildung und Sitten machen, je würdiger sie größerer Freiheitsind, durch vermehrte freiwillige Ehrfurcht vor Obrigkeiten und